Im täglichen Miteinander müssen Regeln eingehalten werden, die kaum bewusst sind. Erst wenn die Regeln deutlich verletzt werden, werden sie als solche überhaupt wahrgenommen. Ganz wesentlich im Alltag ist die Einhaltung der Distanzzonen, die sich deutlich auf das Wohlbefinden auswirkt.
Als Distanzzone wird der körperliche Abstand bezeichnet, den Menschen im Alltag voneinander halten. Dieser variiert abhängig davon, wie hoch der Bekanntschaftsgrad ist- je größer die Bekanntschaft, desto geringer fällt die körperliche Distanz aus. Fast alle Menschen halten die Distanz unbewusst ein. Doch wenn die eigene Distanzzone verletzt wird, bauen sich schnell unangenehme Gefühle auf. Oftmals wird die Distanzzone an Kassen oder auch in öffentlichen Verkehrsmitteln unterschritten, als Folge fühlt man sich bedrängt oder sogar bedroht.
Unterschieden wird zwischen vier verschiedenen Distanzzonen. Die intime Distanz ist ein Abstand von weniger als fünfzig Zentimetern zwischen den Körpern und gilt auch für Berührungen. Dieser ist engen Freunden und Familienmitgliedern vorbehalten. Eine Ausnahme besteht hier für Ärzte, die in die intime Distanz eindringen dürfen.
Die persönliche Distanz bezeichnet einen Abstand von bis zu einem Meter. Diese Distanzzone ist die gebräuchlichste im beruflichen Umfeld, denn sie erlaubt die Begrüßung mit einem Händedruck sowie andere höfliche Gesten. Berührungen sollten dennoch unterbunden werden. Wird die persönliche Distanzzone kontinuierlich unterschritten, fühlen sich die Mitarbeiter schnell belästigt, auch wenn kein eigentlicher Grund für dieses Gefühl vorliegt. Gerade Geschäftsführer und andere leitende Angestellte sollten deshalb auf die Wahrung der Distanz achten.
Daneben gibt es noch die gesellschaftliche und die öffentliche Distanz, die sich durch großen Abstand zu anderen auszeichnen. Vor allem in der Öffentlichkeit bemühen sich die Menschen um einen großen Abstand zueinander, der auch der persönlichen Kontaktaufnahme schnell im Weg steht.
Im Berufsalltag sollte aktiv darauf geachtet werden, die persönliche Distanzzone der Kollegen und Vorgesetzten einzuhalten. So schnell die Distanz unterschritten wird, so schnell baut sich auch ungewollt ein zu großer Abstand auf. Ein Schreibtisch zwischen den Gesprächspartnern kann schnell eine gefühlte Ablehnung aufkommen lassen, die für ein gutes Arbeitsklima ebenso abträglich ist wie eine zu große Nähe.
Außerdem sollte beachtet werden, dass die Distanzzonen wie wir sie kennen in anderen Ländern nicht herrschen. Verschiedene Kulturen genießen viel Körpernähe, auch zu wenig bekannten Menschen, und auch größere Distanzzonen als die unseren sind anzutreffen. Hier sollte die eigene Beobachtungsgabe und ein wenig Fingerspitzengefühl für das ideale Mittelmaß sorgen.
14. Juni 2009
Sowohl beruflich als auch privat werden zu feierlichen Anlässen Reden gehalten. Diese ist dem Anlass angemessen und befasst sich auch inhaltlich damit. Der Redner selbst investiert viel Arbeit in seinen Vortrag, der eine entsprechende Würdigung erfahren sollte.
Wer eine Rede halten möchte, selbst aber nicht der Ausrichter der Veranstaltung ist, sollte den Gastgeber rechtzeitig vorab informieren. Dieser wird die Rede dann in den zeitlichen Ablauf integrieren und das Küchenpersonal auf die Planung hinweisen. Die Begrüßungsansprache selbst wird vom Gastgeber gehalten- das gilt sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich. In der Regel begrüßt der Gastgeber die Anwesenden beim Aperitif, spätestens aber nach der ersten Vorspeise. Weitere Reden folgen in größerem zeitlichen Abstand und erst nach dem Hauptgang. Erst wenn alle Gäste fertig gegessen haben und Teller und Bestecke abgeräumt wurde, kann der Redner um die Aufmerksamkeit der Gäste bitten. Dazu reicht es, sich zu erheben, das bekannte Klopfen an das Glas ist überholt! Auch Sitznachbarn sollten davon absehen, auf diese Weise auf die Rede aufmerksam machen zu wollen. Die Gäste sind dazu angehalten, ihre eigenen Gespräche während der Rede einzustellen, auch die Getränke sollten aus Höflichkeit bis zum gemeinsamen Prosten stehen bleiben. Das Küchenpersonal wird in der Zeit der Rede weder abräumen noch Getränke ausschenken, so dass dem Redner das Interesse aller Gäste zukommt.
Ein guter Redner hält seine Rede frei. So hat er die Möglichkeit, den Zuhörern in die Augen zu sehen und sich ihnen einzeln zuzuwenden. Inhaltlich sollte eine Rede dem Anlass angemessen ausfallen und nach Möglichkeit den Gastgeber direkt einbeziehen. Eine kurze und prägnante Rede kommt besser an, denn sie beansprucht die Aufmerksamkeit der Gäste nicht über Gebühr. Als Faustregel gilt, dass eine Rede, die mehr als zehn Minuten dauert, als langweilig empfunden wird. Gesagt werden darf nahezu alles, jedoch sollte Kritik weder direkt noch indirekt ausgesprochen werden. Auch beschämende Ereignisse sollten Außenstehenden nicht in einem solchen Rahmen preisgegeben werden. Lustige Anekdoten dagegen lockern die Rede auf und erheitern die Hörer.
25. Mai 2009
Krankheiten und kleinere Unfälle gehören zum Leben eines Menschen. Viele Unpässlichkeiten lassen sich mit einer kurzen Bettruhe auskurieren, manchmal jedoch wird ein Aufenthalt im Krankenhaus notwendig. Dieser ist in der Regel unangenehm, denn der Patient ist sowohl in der Bewegungs- als auch in der Entscheidungsfreiheit stark eingeschränkt. Besucher sollten deshalb auf den Kranken viel Rücksicht nehmen und dessen Aufforderungen Folge leisten.
Sofern der Patient nicht ein direkter Verwandter oder ein enger Freund ist, sollte ein Besuch telefonisch abgesprochen werden. Vielen Menschen ist es nicht recht, wenn Kollegen oder Bekannte sie im Krankenhaus besuchen. Lehnt der Patient den Besuch also dankend ab, sollte dieser Wunsch uneingeschränkt akzeptiert werden. Ein Strauss Blumen und ein Karte kann auch ohne einen persönlichen Besuch geschickt werden und zeigt dem Erkrankten die Anteilnahme. Auch bei freudigen Ereignissen wie einer Geburt sollte erst gefragt werden, ob ein Besuch gewünscht ist.
Freut sich der Patient auf ein bisschen Unterhaltung, sollte der Zeitpunkt abgesprochen werden, damit nicht andere Freunde oder die Familie ebenfalls anwesend sind und der Kranke überfordert wird. Als kleines Mitbringsel eignen sich Illustrierte, Bücher oder auch ein Rätselheft, denn der Tag im Krankenhaus ist lang. Wer den Geschmack des Erkrankten nicht kennt, sollte unauffällig nachfragen oder ihn direkt ansprechen, ob er etwas benötigt. Essbares sollte nur den Kranken mitgebracht werden, die keine Schonkost erhalten. Im Zweifelsfall lohnt hier die Rücksprache mit dem Personal.
Während des Aufenthalts sollte der Besucher sich setzen, allerdings auf einen der bereitstehenden Stühle. An der Bettkante beginnt die Privatsphäre der Kranken! Hier dürfen sich nur wirklich enge Freunde und der Lebenspartner niederlassen- es sei denn, der Kranke fordert explizit dazu auf.
Die Gesprächsthemen sollten möglichst unverfänglich sein. Kollegen können durchaus etwas von der Arbeit erzählen, am besten natürlich etwas Lustiges. Auch vom letzten Ausflug oder dem Kinofilm am vergangenen Abend kann berichtet werden. Gut ist alles, das den Kranken für eine Zeit ablenkt. Nur wenn dieser von sich aus auf seine Erkrankung zu sprechen kommt, darf sie angesprochen werden.
Kommt der Arzt zur Visite in das Zimmer, sollte der Besuch unaufgefordert hinausgehen. Bei Frauen, die gerade entbunden haben und das Neugeborene stillen möchten, sollte zumindest angeboten werden, dass Zimmer zu verlassen. Auf jedem Gang befinden sich Sitzgelegenheiten, die der Besucher nutzen kann, bis er wieder hinein gebeten wird.
Ein Krankenbesuch sollte nicht allzu viel Zeit in Anspruch nehmen, denn oft gibt sich der Besuch die Klinke in die Hand. Sofern die Möglichkeit besteht und der Erkrankte nicht an das Bett gefesselt ist, kann ein kleiner Spaziergang durch den Krankenhauspark unternommen werden. So rückt die bedrückende Enge des Zimmers für einige Minuten in die Ferne und der Kranke bekommt ein wenig Abwechslung. In jedem Fall aber sollte auf die Wünsche und Bedürfnisse des Erkrankten Rücksicht genommen werden.
25. April 2009
Nahezu jeder Erwachsene besitzt ein Mobiltelefon, das er auch in der meisten Zeit mit sich führt. Während es in der Freizeit schon lange zur Normalität gehört, das Telefon zu verwenden, sollte der Umgang mit dem Gerät zumindest im Büro deutlich eingeschränkt werden. Das private Handy gehört grundsätzlich in die Tasche oder in den Spind, dazu sollte es zumindest stumm geschaltet werden. Dies geschieht aus Rücksicht auf die Kollegen, deren Arbeit die volle Konzentration fordert- kaum etwas ist störender bei der Arbeit als ein lautes Klingeln oder der Signalton für eine ankommende Kurznachricht. Wer ein eigenes Büro besitzt, kann das Telefon dagegen durchaus an lassen, jedoch nur dann, wenn das Gerät nicht zuviel Aufmerksamkeit fordert, denn die Verrichtung der Arbeit sollte im Vordergrund stehen.
Dienstliche Mobiltelefone dagegen müssen mitgeführt werden. Damit ein Anruf nicht verpasst wird, dürfen die Ruf- und Signaltöne durchaus angeschaltet sein. Dennoch sollte auch hier darauf geachtet werden, dass die Lautstärke soweit geregelt ist, dass der Anruf nicht auch noch drei Räume weiter bemerkt wird.
In einem Meeting oder gar in einem Kundengespräch hat das Gerät jedoch nichts verloren. Dies gilt gleichermaßen für das private als auch für das dienstliche Mobiltelefon, denn hier herrscht ein absolutes Telefonverbot. Wer einen dringenden Anruf erwartet, kann diesen vorher ankündigen, damit die Gesprächspartner darüber Kenntnis haben, weshalb das Telefon mitgebracht wird. Klingelt das Gerät, sollte man sich kurz entschuldigen und den Raum für das Telefonat verlassen. Allerdings sollte dies die Ausnahme bleiben, besser ist es, eingehende Anrufe an eine verständige Person weiterzuleiten, die einen Rückruf vereinbart.
Das Gleiche gilt für offizielle Geschäftsessen. Ob Anrufe eingegangen sind, kann in einem ruhigen Moment abseits der Gesellschaft überprüft werden.
Ausnahmen gelten für die Geschäftsführer und andere Personen, die einen hochrangigen Platz einnehmen. Diese können für jeden Anlass entscheiden, ob sie ihr Telefon bei sich führen oder nicht, in der Regel werden sie es jedoch lautlos in der Tasche haben- aus Wertschätzung den Kunden und Gesprächspartner gegenüber, die zu jeder Zeit ihre volle Aufmerksamkeit erhalten sollen.
10. April 2009
Die Inhalte des Knigge sind nunmehr über 200 Jahre alt. Seit Erscheinen des Werks haben sich die Lebensumstände und die Umgangsformen in der Gesellschaft zum Teil grundlegend geändert. Vor allem die Stellung der Frau ist seitdem eine andere. Die Emanzipation und der heutige Umgang von Frauen und Männern wirken sich entsprechend auch auf die Knigge-Regeln aus.
Dabei sind jedoch die Änderungen keineswegs so gravierend, wie man vielleicht annehmen möchte. Noch immer gilt es als höflich, der Dame in den Mantel zu helfen, ihr die Türen aufzuhalten und den Stuhl am Tisch zurechtzurücken. Diese kleinen Aufmerksamkeiten sind allerdings nicht mehr so alltäglich, wie sie es zu Lebzeiten Adolph Freiherr Knigges waren. Vielmehr beschränken sie sich nunmehr auf bestimmte Anlässe, vor allem bei einer Einladung in ein elegantes Restaurant oder einen Opernbesuch. Im Alltag dagegen öffnet in der Regel derjenige die Türen, der gerade voran geht, und auch den Mantel ziehen sich die Frauen meist selber an. Lediglich bei älteren Paaren ist diese Geste noch immer ein festes Ritual. Andersherum gilt es nun als angebracht, auch dem Herrn den Mantel hinzuhalten um ihm so das Anziehen zu erleichtern.
Eine wesentliche Änderung wird durch die berufliche Situation der Frau bedingt. Als Knigges Werk „Über den Umgang mit Menschen” erschien, waren Frauen im Beruf eher die Ausnahme, vor allem in gehobenen Positionen waren Frauen nicht anzutreffen. Heute dagegen sind Frauen auch in großen Unternehmen wichtige Arbeitskräfte, denen die entsprechende Wertschätzung entgegengebracht wird. Bei einem Geschäftsessen ist es deshalb nicht mehr unbedingt nötig, sich zu erheben, wenn die Dame den Tisch kurz verlässt- oft jedoch wird an dieser Tradition trotzdem festgehalten. Trifft ein neuer Gast ein, bleibt die Dame auch nicht mehr sitzen, sondern steht ebenfalls auf um ihm die Hand zu reichen. Dies geschieht vor allem aus dem Bedürfnis heraus, dem Mann gegenüber auf Augenhöhe zu sein. Auch deshalb gleichen sich die Verhaltensformen mehr und mehr an.
01. April 2009
Ein Essen im Restaurant gehört für viele Menschen zu einer der schönsten Annehmlichkeiten des Lebens. Einmal nicht selber kochen und später abspülen müssen und sich einfach bedienen lassen entschädigt für den Stress im Alltag. Doch so ein Aufenthalt im Restaurant birgt manche verborgenen Regeln, die nichts mit dem eigentlichen Verzehr der Speisen zu tun haben.
Gleich ob das Essen mit dem Partner, im Freundeskreis oder mit Geschäftspartnern eingenommen werden soll, in der Regel geht derjenige voran, der den Tisch bestellt hat. Wurde keiner reserviert, geht derjenige vorne weg, der die Einladung ausgesprochen hat. Um die anderen Gäste nicht zu stören, sollte die Unterhaltung während des Gangs zum Tisch und auch später beim geselligen Zusammensitzen eine eher gedämpfte Lautstärke aufweisen. Jacken und Mäntel gehören an die Garderobe, damit diese nicht während des Gehens an den Stühlen oder gar an den Gästen selber hängen bleiben.
Ganz gleich, wie sorgsam man sich für das Essen zurecht gemacht hat oder wie schön das Kleid ist: Im Restaurant gilt vornehme Zurückhaltung. Unnötige Gänge oder auffälliges Posieren gehören nicht in diesen Rahmen.
Sollten sich Bekannte zu derselben Zeit in dem Restaurant aufhalten, genügt ein kurzer Gruß. Es ist nicht unbedingt nötig, alle miteinander bekannt zu machen oder gar um einen gemeinsamen Tisch zu bitten. In jedem Fall gehört der bevorstehende Abend ganz allein der derzeitigen Begleitung, andere Bekannte können zu einem anderen Zeitpunkt getroffen werden.
Bei der Wahl der Speise steht oft die Frage nach dem Preis unausgesprochen im Raum. Sofern jeder für sich selber zahlt, kann auch jeder wählen was er möchte. Übernimmt jedoch eine einzelne Person am Ende die gesamte Rechnung, gibt diese auch den ungefähren Kostenrahmen vor. Dies sollte auf eine eher subtile Weise geschehen, zum Beispiel mit dem Hinweis auf eine besondere Menüfolge. Bei Fragen zu einem einzelnen Gericht sollte der Kellner mit einer dezenten Geste herbeigerufen werden. Es ist keineswegs unangebracht, bei Unklarheiten nachzufragen, vor allem dann, wenn die Karte Fachausdrücke oder der Gast auf bestimmte Lebensmittel allergisch reagiert. Unangebracht ist lediglich, den Kellner mit einem lauten Ruf auf sich aufmerksam zu machen.
Diese wichtigen Voraussetzungen für einen gelungenen Abend sollten auch dann eingehalten werden, wenn es sich bei dem Restaurant nicht um ein besonders hochwertiges handelt. Der Akt des Essengehens an sich sollte zelebriert werden, das passende Umfeld wird maßgeblich von den Gästen selber mitbestimmt.
27. März 2009
Gleich ob im Urlaub, bei einer Hochzeit oder bei der Betriebsfeier, Speisen werden oft in Buffetform angeboten. Die Vorteile sprechen deutlich für diese Form, denn jeder Gast kann sich selber aussuchen, was er gerne essen möchte und auch die Menge an den Hunger anpassen. Das Prinzip ist dabei recht einfach. Jeder nimmt sich einen der bereitstehenden Teller und kann sich nach Herzenslust bedienen. Kalte und warme Vorspeisen, Salate, Fleisch- und Fischgerichte sowie Beilagen stehen für jeden bereit. Auch für den süßen oder herzhaften Nachtisch ist gesorgt. Doch obwohl es so einfach ist, fallen viele Gäste durch ein wenig positives Verhalten auf.
Ausrichter von Buffets kennen sich gut aus, welche Menge für welche Personenzahl ausreichend ist. Entsprechend wird immer genug Essen für alle zur Verfügung stehen. Es ist also nicht nötig, den Teller zu sehr zu füllen. Beim ersten Gang sollte ganz in Ruhe mit dem Salat oder einer der Vorspeisen begonnen werden, auch im Anschluss ist von den warmen Hauptgerichten noch mehr als genug vorhanden. Es fällt sehr negativ auf, wenn ein Gast sich den Teller sehr voll lädt und anschließend die Hälfte stehen lässt. Besser ist es, das Buffet mehrmals aufzusuchen und vielleicht auch verschiedene Speisen zu kosten. Für jeden Gang kann sich der Gast einen neuen Teller nehmen. Speisen, die ausdrücklich für Vegetarier bereitgestellt werden, sollten von fleischessenden Gästen nicht genommen werden, denn diese werden in der Regel in kleinerer Menge gereicht. Da Vegetarier nicht auf die anderen Bestandteile des Buffets ausweichen können, sollte für sie ausreichend zur Verfügung stehen.
Jede Speise hat ein eigenes Vorlegebesteck. Dieses sollte unbedingt bei der vorgesehenen Speise belassen werden. Auch das Auffüllen mit der eigenen Gabel sollte unterbleiben.
Ebenfalls nicht gern gesehen ist drängeln. Oft kommt es an einem Buffet zu längeren Schlangen, da die Gäste oftmals ein wenig brauchen, bis sie sich für eine Speise entscheiden können. Wer nicht in der Schlange stehen möchte, sollte an seinem Platz einige Minuten warten, bis der erste Anlauf sich auflöst und erst dann an das Buffet gehen. Alternativ kann das Warten in der Schlange auch genutzt werden, um ein kleines Gespräch mit den anderen Gästen zu beginnen.
24. März 2009
In vielen Dienstleistungsunternehmen sitzen die Mitarbeiter nicht in kleinen Räumen, die sie sich mit einem oder zwei Kollegen teilen, sondern in Großraumbüros. Hier finden oftmals bis zu fünfzig Menschen in einem einzigen Raum Platz. Die Schreibtische stehen nebeneinander, Sichtschutzwände bieten ein klein wenig Privatsphäre. Vor allem in Call Centern oder im Backoffice findet sich diese Form des Büros sehr häufig.
In der Regel sind die Großraumbüros sehr gut ausgestattet. Jeder Mitarbeiter hat einen ausreichend großen Schreibtisch, einen abschließbaren Spind und wird mit allen benötigten Arbeitsmaterialien ausgestattet. Die große Nähe zu den anderen Kollegen setzt jedoch einige besondere Verhaltensregeln voraus, damit es nicht zu Schwierigkeiten kommt.
Meist werden kurze Gespräche mit den Kollegen durchaus gutgeheißen. Mitarbeiter, die sich verstehen, kommen lieber zur Arbeit und helfen sich untereinander. Jeder Einzelne sollte jedoch darauf achten, dass die Unterhaltungen in einem gedämpften Tonfall geführt werden, damit der Geräuschpegel im Büro nicht zu sehr ansteigt. Vor allem dann, wenn in dem Raum auch viele Kundentelefonate geführt werden, ist Ruhe ungemein wichtig. Bittet einer der Kollegen um mehr Ruhe, sollte seinem Wunsch ohne Diskussion nachgekommen werden.
Entsprechend sollte der Arbeitsplatz bei Arbeitsbeginn und -ende möglichst leise aufgesucht und verlassen werden. Lautes Geklapper mit Geschirr oder auch Guten Morgen-Rufe an entfernt sitzende Kollegen stören die Mitarbeiter, die bereits konzentriert arbeiten.
Für ausgedehnte Gespräche stehen in allen Gebäuden entsprechende Tee- und Pausenräume zr Verfügung.
Auch das Lüften und Heizen ist oft Thema in großen Büros, da der Einzelne immer Abstriche machen muss. Kurzes, stoßweises Lüften hat sich gut bewährt, da frische Luft hereinkommt, längerer Zug jedoch vermieden wird. Personen, denen es schnell zu warm wird sollten im Winter zugunsten ihrer frierenden Kollegen auf leichtere Kleidung zurückgreifen, statt ihren Drang nach Kühle durch Dauerlüften umzusetzen.
Darüber hinaus herrscht in den meisten Großraumbüros die Regel, dass Mobiltelefone ausgeschaltet sein sollten. Zwar kann das Telefon ruhig an sein, aus Rücksicht auf die Kollegen sollte jedoch der Klingelton auf stumm geschaltet werden. Ankommende Anrufe können auch über den Vibrationsalarm bemerkt werden. Private Gespräche sollten jedoch in den Pausen und nicht am Arbeitsplatz geführt werden.
17. März 2009
Der Beruf des Lehrers oder des Dozenten wird von vielen Menschen als ein recht leichter betrachtet. Oftmals jedoch liegen die Nerven der lehrenden Personen blank, denn die Lautstärke in den Klassenzimmern, die Unaufmerksamkeit der Schüler und Studenten und deren allgemeines Betragen sind schwer auszuhalten. Dabei ist es nicht der Stoff an sich, den zu lernen die Schüler sich weigern, vielmehr mangelt es an der richtigen Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern. Zwar möchten die Lehrer den Unterrichtsinhalt schülergerecht präsentieren, jedoch wird in der Ausbildung selten darauf eingegangen, wie dieses Vorhaben umgesetzt werden kann.
Jede lehrende Person sollte den Stoff angemessen vermitteln. Wesentlich dabei ist die Anpassung an die Schüler, denn Kinder lernen anders als Erwachsene. So stehen Grundschullehrer oftmals vor ganz anderen Schwierigkeiten als Lehrer in der Berufsschule. Freie Trainer bieten Lehrgänge und Seminare an, in denen Lehrenden Konzepte an die Hand gegeben werden, wie sie ihren Unterricht verbessern können. Grundlage ist meist das Standardwerk für Umgangsformen - der Knigge- und die darin enthaltenen allgemeine Thesen zum menschlichen Miteinander. Sicherlich befasst sich der Knigge nicht im eigentlichen Sinn mit der Unterrichtsituation oder der Didaktik, dennoch können einige der Grundlagen abgewandelt werden. Bereits die Einhaltung der elementaren Kommunikationsregeln kann große Änderungen im Unterricht bewirken. Durch die aktive Einbindung der Schüler kann der Unterricht interaktiv gestaltet werden, die Schüler können eigene Ergebnisse erarbeiten und gewinnen darüber an Sicherheit und Selbstvertrauen. Dies ist der wesentliche Punkt der Seminare für Lehrende, denn die bloße Präsentation der Inhalte führt zu keiner Verinnerlichung des Unterrichtsstoffs. Werden die Schüler dagegen aktiv dazu angehalten, selber Ergebnisse zu erzielen, kann der Stoff besser vermittelt werden.
In den Seminaren wird den Lehrenden erklärt, wie die Schüler zu einer selbständigen Arbeit motiviert werden können und wie sie den eigenen Unterrichtsablauf gestalten sollten. Neben der allgemeinen Didaktik werden auch Kommunikationsmittel präsentiert, die auf verschiedene Zielgruppen angewendet werden können. So können die Lehrenden ihren Unterricht ergebnisorientiert vorbereiten und ihn gleichzeitig an die Klasse anpassen.
01. März 2009
Der „Knigge” gilt inzwischen als das Standardwerk des guten Benehmens. Hierin finden sich die Grundlagen des menschlichen Miteinanders und vor allem die Grundbegriffe der richtigen Umgangsformen. Bekannt geworden ist der „Knigge” vor allem durch die sorgfältig abgefassten Regeln zu den Tischmanieren, jedoch umfasst der Inhalt weit mehr als nur diese Hinweise.
Die allgemeinen Feststellungen zum Umgang mit anderen Menschen lassen sich auf nahezu jede Situation im Leben übertragen. Grundsätzlich sollte jederzeit der Respekt vor den Mitmenschen die eigenen Handlungen bestimmen. Leider jedoch wird in der Eile, die unseren Alltag beherrscht, oft vergessen, anderen höflich zu begegnen. Vor allem im Straßenverkehr kommt es immer wieder zu unangenehmen Aufeinandertreffen. Besonders aufreibend sind längere Strecken über die Autobahn, denn hier wird häufig rücksichtslos gedrängelt. Unsichere und ängstliche Fahrer geraten so oft in Situationen, die sie kaum beherrschen. Ruckartiges Spurwechseln ohne auf den Mindestabstand zu achten, kann alle beteiligten Fahrer in Gefahr bringen und sollte entsprechend vermieden werden.
Wer sich in sein Auto setzt, sollte sich bewusst machen, dass sich sein Verhalten auch auf andere Verkehrsteilnehmer auswirkt. Andere Autofahrer, vor allem aber Fußgänger oder Fahrradfahrer sollten als aktiver Part des Verkehrs betrachtet und höflich behandelt werden. Ganz gleich, wie eilig man es selber hat- Vorfahrtsregeln und Geschwindigkeitsbegrenzungen müssen beachtet werden. Diese sorgen nicht nur für den geregelten Ablauf des Verkehrs, sondern erfüllen eine schützenden Zweck. Vor allem in Zonen, in denen langsam gefahren werden soll, sollte jeder Autofahrer vermehrt Acht geben, denn hier handelt es sich oft um Wohngebiete, in denen viele Kinder leben oder auch um Anliegerstraßen zu Schulen und Kindergärten. Gerade Kinder benötigen besondere Aufmerksamkeit, denn sie können die Geschwindigkeit der nahenden Fahrzeuge noch nicht einschätzen.
Autofahrer sollten sich außerdem bewusst machen, wie sie selbst den Verkehr erleben, wenn sie zu Fuß unterwegs sind. Jeder Autofahrer ist auch Fußgänger, andersherum besitzt jedoch nicht jeder Fußgänger auch einen Führerschein. Entsprechend kann nicht vorausgesetzt werden, dass Fußgänger und Fahrradfahrer die Situation des Fahrzeugführers beurteilen können. Rücksichtnahme auf Andere sollte das oberste Gebot sein, denn nur so ist gewährleistet, dass alle Verkehrsteilnehmer heil und gesund am Ziel ankommen.
22. Februar 2009
neuere Beiträge
ältere Beiträge