Monatsarchiv für Dezember, 2008

Persönliche Berater zeigen die richtigen Wege

Vielen Menschen fällt es schwer, sich in neue soziale Gefüge zu integrieren. Ein Wechsel des Arbeitsplatzes oder gar ein Umzug stellt sie vor viele Schwierigkeiten, die sie nur schwer alleine überwinden können. Oft mangelt es dabei einfach nur an genügend Mut und Selbstbewusstsein. Für diese Menschen lohnt die Beschäftigung eines persönlichen Beraters, der die nötige Sicherheit vermitteln kann.

Um sich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden, ist vor allem die Kommunikation mit anderen Personen maßgeblich. Dies gilt sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld, denn nur die Einbindung in ein soziales Netz schafft Sicherheit. Wie bereits der Autor Freiherr Knigge festhielt, unterliegt die Kommunikation einigen elementaren Regeln, deren Einhaltung unerlässlich ist. Gerade Personen, die sich nicht sicher fühlen, verletzen diese Regeln unbewusst und schränken sich somit selber ein. Ein persönlicher Berater begleitet seinen Kunden im Alltag und leistet unterstützende Hilfe. Er gibt Hinweise, welches Verhalten eine bestimmte Situation bedingt, welche Kommunikationsmittel genutzt werden können und steht vor allem für jede Frage bereit. Berater mit diesem Tätigkeitsfeld sind häufig unter der Bezeichnung Persönlichkeitscoach bekannt, obwohl sie vielmehr allgemeine Hilfestellung bieten. Auf Wunsch helfen sie jedoch auch mit Hilfe von einem Knigge Kurs, wenn der Kunde eine allgemeine Neuorientierung vornehmen und sich insgesamt verändern möchte. Der Berater unterstützt bei der Suche nach einem passenden Arbeitsplatz, begleitet seinen Kunden in Bekleidungsgeschäfte und coacht hinsichtlich der Umgangsformen. Dabei kann er keineswegs Wunder wirken, er wirkt vielmehr als Katalysator für die bereits vorhandenen Möglichkeiten.

Wer einen persönlichen Berater engagiert um die eigenen Ziele erfolgreich umsetzen zu können, sollte sich verdeutlichen, dass die Arbeit an sich selbst mit viel Aufwand verbunden ist. Um wirklich Änderungen hervorrufen zu können, wird viel Kraft benötigt, denn es gelingt nur mit einer beständigen Selbstkontrolle. Der Berater zeigt nur Perspektiven auf, kann aber die Arbeit an sich nicht übernehmen.

jetzt kommentieren? 31. Dezember 2008

Gutes Benehmen gewinnt

 Jeder kennt Situationen, in denen schlechtes Benehmen und lautes, rüpelhaftes Auftreten gewinnbringender scheinen. An der Kasse drängelt sich jemand vor, ohne dass er zurückgewiesen wird, unberechtigte Reklamationen werden mit einem Packet voller Proben belohnt und bei Gratismustern wird aus den vollen geschöpft. Auch im Straßenverkehr erhalten die dreisten Fahrer den letzten Parkplatz vor dem Supermarkt und Drängler kommen schneller an. Diese Verhaltensmuster legen Menschen, die auf gutes Benehmen wert legen, nicht an den Tag. Vielmehr versuchen diese, anderen stets höflich gegenüberzutreten und Unannehmlichkeiten zu vermeiden. Gerade Situationen, in denen Dreistigkeit offenbar belohnt wird, lassen jedoch Zweifel daran aufkommen, dass Freundlichkeit und Zurückhaltung die richtige Wahl sind, zumal es oft anstrengend ist, zu jeder Zeit ein Lächeln auf den Lippen zu haben und Ruhe zu bewahren. Jeder wünscht sich von Zeit zu Zeit, die selbstauferlegten Regeln des täglichen Miteinanders zu vergessen und mehr auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein.

 

Auf längere Sicht gesehen bringt gutes Benehmen jedoch viel mehr Vorteile. Im Alltag begegnet man täglich denselben Menschen, beim Bäcker oder Metzger arbeiten stets die gleichen Angestellten, und auch beim Postamt bleibt die Belegschaft gleich. Schnell ergibt sich hier eine kleine Plauderei, sofern den Mitarbeitern freundlich entgegengetreten wird. Ein Lächeln und ein fröhlicher Gruß bilden dafür die beste Basis. So erhält man über die Zeit ganz automatisch schon mal ein zusätzliches Brötchen oder ein besonders mageres Stück Fleisch- ohne extra darum bitten zu müssen. Darüber hinaus lebt es sich mit einer positiven Einstellung und einem höflichen Auftreten sehr viel entspannter. Sicherlich sparen unhöfliche Menschen Zeit, indem sie sich im Geschäft vorbeidrängeln oder auf der Autobahn so dicht hinten auffahren, bis sie notgedrungen vorbeigelassen werden. Doch ein solcher Lebensstil zehrt an den Nerven und ist schlecht für den Blutdruck. Gelassenheit dagegen fördert die Gesundheit und tut jedem gut. Wartezeit an der Kasse kann dazu genutzt werden, um die Gedanken schweifen zu lassen, vielleicht ergibt sich auch ein nettes Gespräch. Und vor allem die Menschen, die einem im Alltag begegnen danken es, indem auch sie freundlich sind.

jetzt kommentieren? 30. Dezember 2008

Business Knigge im Alltag umsetzen ist harte Arbeit

 Für viele Menschen ist das Einstellungsgespräch die größte Hürde im Berufsalltag. Einmal Fuß gefasst, erscheint das Arbeitsleben voller Freude- die Kollegen sind nett, der Vorgesetzte geht auf den Neueinsteiger ein und die Arbeit macht Freude. Zumindest am Anfang. Damit dies so bleibt, muss einiges an Engagement investiert werden. Nicht nur hinsichtlich des Aufgabenbereichs ist stetiges Weiterstreben gefragt, vor allem an der Eingliederung um Unternehmen muss täglich gearbeitet werden.

 

Zu Beginn der Mitarbeit in einem neuen Umfeld zeigt sich jeder von der besten Seite, schließlich ist jedem Menschen daran gelegen, einen guten Eindruck zu erwecken. Im Laufe der Wochen entstehen jedoch Spannungen, zum Teil bedingt durch unterschiedliche Meinungen über ein Projekt, zum anderen jedoch auch auf der persönlichen Ebene. Oftmals entwickelt sich über den Berufsalltag hinaus eine gute Freundschaft mit einem der Kollegen, auf der anderen Seite wird es jedoch auch immer Mitarbeiter geben, die einander nicht mögen- ohne vielleicht immer einen Grund dafür benennen zu können. Einer der höchsten Ansprüche im Beruf ist es, die Arbeit nicht von den persönlichen Umständen beeinflussen zu lassen. Es muss immer möglich sein, auch mit einem Kollegen produktiv zusammenzuarbeiten, dessen Charakter einem persönlich nicht liegt. Deshalb hat dieser Punkt auch im Business Knigge einen ganz besonderen Stellenwert. Im Beruf spielen persönliche Befindlichkeiten grundsätzlich eine untergeordnete Rolle. Sicherlich kann nicht jeder Tag gleich gut ablaufen, doch sollte zugunsten des Klimas im Unternehmen davon abgesehen werden, Abneigungen zu offen zu präsentieren.

 

Ungemein wichtig ist dieser Punkt vor allem im Umgang mit Kunden. Die Mitarbeiter des Unternehmens sind das Aushängeschild- Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft sind unerlässlich, um das Firmenimage positiv zu präsentieren. Spannungen zwischen den Mitarbeitern können auch von Externen deutlich wahrgenommen werden! Bei lösbaren Schwierigkeiten sollte daher schnell ein offenes Gespräch gesucht und der Konflikt beigelegt werden. Eskalieren die Probleme und beeinflussen die Arbeit, wird sich jedes Unternehmen über kurz oder lang von einem der Mitarbeiter trennen. Hieran zeigt sich, dass es meist mehr Arbeit ist, eine Anstellung zu behalten als diese zu bekommen.

jetzt kommentieren? 26. Dezember 2008

Gutes Benehmen sollte mit Natürlichkeit kombiniert werden

Das gutes Benehmen sehr wichtig ist, wird spätestens beim Eintritt in das Berufsleben klar. Menschen, die Vorgesetzten und Kollegen gegenüber den falschen Ton anschlagen, haben es schwer im Berufsalltag, nicht selten ist auch eine schnelle Trennung von der Firma die Folge ungebührlichen Auftretens. Für Menschen, die sich des richtigen Verhaltens nicht immer sicher sind, lohnt sich eine Fortbildung bei einem entsprechenden Institut oder einem freiberuflichen Trainer. Die Basis dieser Seminare bildet im weitesten Sinn der Knigge, der inzwischen als Handbuch für das richtige Benehmen gilt. Die Themen können entsprechend den eigenen Interessen gewählt werden- von Tischmanieren über Kommunikationstrainings bis hin zu allgemeinen Umgangsformen wird alles angeboten. Dass diese Seminare von Erfolg gekrönt sind zeigt auch das Versprechen jener Veranstalter, die nur bei Erfolg die Gebühr für das Training verlangen.

 

Dennoch: gutes Benehmen alleine ist nicht ausschlaggebend für Erfolg und Ansehen im Beruf. Vielmehr ist die richtige Mischung aus Persönlichkeit, Selbstbewusstsein und dem Wissen um die korrekten Manieren gefragt, denn wer nur den Regeln folgt, wirkt schnell steif. Gerade schüchternen Menschen fällt es oft schwer, aus sich heraus zu gehen und die Gesprächspartner für sich einzunehmen. Leider kann Schüchternheit nicht mittels eines Wochenendseminars überwunden werden, vielmehr benötigt die Entwicklung zu einem selbstbewussten Auftreten viele Jahre ständiger Verhaltenskontrolle. Für sehr schüchterne Menschen, die in der Gegenwart anderer Personen kaum ein Wort heraus bekommen, lohnt gegebenenfalls die Unterstützung eines Persönlichkeits-Choaches, der auch den Alltag begleitet und direkte Hilfestellung bieten kann. Dieser Einsatz lohnt sich sehr! Oftmals haben Menschen, die mit Charisma und Esprit andere für sich einnehmen können deutlich mehr Erfolg im Beruf, obwohl sie über wenig fachlichen Hintergrund verfügen. Darüber hinaus sind offene Personen beliebter und erhalten mehr Anerkennung. Ihnen wird ein Fehltritt hinsichtlich des Benehmens auch schneller verziehen.

 

Im Idealfall findet sich die Kombination aus perfektem Benehmen und selbstverständlicher Entspanntheit im Umgang mit allen Situationen.

jetzt kommentieren? 22. Dezember 2008

Auch im Internet kommt gutes Benehmen gut an

Für sehr viele Menschen spielt sich ein Teil des Lebens im Internet ab. Gleich ob in einem Forum, in einem Blog oder bei verschiedenen Einkäufen, die über das Netz getätigt werden, immer spielt auch hier der Kontakt zu anderen Menschen eine Rolle. Da die virtuellen Beziehungen ständig an Komplexität gewinnen und größeren Einfluss ausüben, steht das Verhalten im Internet verstärkt im Fokus.

 

Im Internet herrscht eine verhältnismäßige Anonymität, denn in den meisten Fällen verbirgt sich die Persönlichkeit hinter einem selbst gewählten Pseudonym, dem sogenannten „Nickname”. Dieser fungiert als eine Form des Deckmantels, hinter dem der Charakter verborgen werden kann. Viele Menschen bestücken die virtuelle Persönlichkeit sogar mit Charakterzügen, die sie im wirklichen Leben nicht besitzen, so entsprechen schon allein die Attribute männlich und weiblich nicht unbedingt der Wirklichkeit. Diese Tatsache erschwert den Umgang mit anderen über das Internet enorm, jede Information, die bezogen werden kann, wird dem Schriftverkehr entnommen und unterliegt möglicherweise Fehlinterpretationen oder Missverständnissen.

 

Oftmals wird die Anonymität sogar missbraucht, um Ansichten und Einstellungen zu präsentieren, die in der Realität sofort geahndet würden. Fremdenfeindlichkeit und rechtsextreme politische Ansichten werden schnell über das Internet verbreitet. Entsprechende Vorkehrungen werden in der Regel getroffen- Foren und öffentliche Seiten verlangen eine Einverständniserklärung bezüglich der Umgangsformen und weisen darauf hin, dass ungewünschte Beiträge sofort durch den Administrator gelöscht werden. Doch auch darüber hinaus wird viel Wert auf Höflichkeit im Netz gelegt. Die „Netiquette” ist eine Art Regelwerk zur Kommunikation über das Medium Internet, in dem festgehalten wird, welche Regeln eingehalten werden sollten. Jeder, der sich aktiv am Onlineleben beteiligen möchte sollte einmal einen Blick hierein werfen. Die Umgangsformen unterscheiden sich nicht sehr von jenen, die unserem Alltag zugrunde liegen. Höflichkeit, Rückfragen stellen um Missverständnisse zu vermeiden und allgemeiner Respekt vor den anderen Internetnutzern sind die grundlegenden Vorgaben. Darüber hinaus wird auch darauf hingewiesen, dass die vermeintliche Anonymität des Decknamens nicht dazu verwendet werden sollte, ein anderer Mensch sein zu wollen, denn auch in der virtuellen Welt sind Natürlichkeit und ein authentisches Auftreten beliebter als ein aufgesetzter Charakter.

jetzt kommentieren? 18. Dezember 2008

Was sind gute Manieren?

Jeder redet davon und doch ist es schwer zu sagen, was sie eigentlich sind; die „guten Manieren”. Hat man bereits gute Manieren, wenn man mit Messer und Gabel essen kann? Oder bekommt man dieses Lob nur, wenn man einen Hummer perfekt zerlegen und essen kann? Es ist sehr schwer diesem Ausdruck eine klare und eindeutige Definition zu zuordnen. Es liegt auch immer im Auge des Betrachters.
Wenn man beispielsweise kleine Kinder hat, die sich eigentlich den ganzen Tag mit Lebensmitteln einsauen und danach aussehen als wenn mehr Essen auf dem Pullover gelandet wäre als im Mund, dann könnte man bereits von guten Manieren sprechen, wenn diese Kinder dann den Umgang mit Messer und Gabel lernen.

Andererseits könnte man wohl auch von guten Manieren sprechen, wenn man sich in einem 4-5Sterne Hotel aufhält und dort zu Abend speist. Das Essen besteht dann aus einem Hummer und man ist in der Lage ganz souverän diesen Mundgerecht zu zerteilen und ihn zu essen. Auch hier wird man dann ganz bestimmt von guten Manieren sprechen können.

Allerdings muss beachtet werden, dass die Kinder irgendwann groß sind und man nicht mehr von guten Manieren sprechen kann, wenn sie Messer und Gabel halten können. Auch wird nicht jeder von uns regelmäßig in einem 4-5 Sterne Hotel zu Abend essen und dann auch noch ausgerechnet Hummer.

Es lässt sich also festhalten, dass die Wahrheit wohl irgendwo dazwischen liegt.

Auch wird oft angenommen, dass man gute Manieren hat, wenn man in der Lage ist sich der Situation entsprechend zu unterhalten. Sprich durch Sprache kann man gute Manieren darstellen.

Wer nun neugierig geworden ist, was gute Manieren eigentlich sind, dann sollte man sich Benimm Kurse anschauen. In Benimm Kursen wird das gute Benehmen und Verhalten verbessert und geschult. Durch eine Teilnahme an Benimm Kurse kann man sicherlich herausfinden, was für einen selber gute Manieren sind.

jetzt kommentieren? 15. Dezember 2008

Beerdigungen erfordern ein besonderes Verhalten

Beerdigungen sind ein heikles Thema. Zum einen wird nicht gerne darüber gesprochen, da jeden das Gefühl beschleicht, etwas Schlechtes würde heraufbeschworen. Zum anderen jedoch erfordert ein Trauerfall auch ein ganz besonderes Fingerspitzengefühl, denn der Umgang mit den anderen Trauernden ist schwierig.

 

Je nachdem, wie nahe man der Familie des Verstorbenen steht, wird persönlich oder mit einer Karte kondoliert. Auch hier muss bereits entschieden werden, ob eine stille Umarmung nicht vielleicht willkommener ist als ein weiterer Brief. Vor allem wenn die trauernde Familie zum engen Freundeskreis gehört, sollte ein kurzer persönlicher Besuch vorgezogen werden. In jedem Fall sollte versucht werden, die Worte knapp, aber doch persönlich zu gestalten, um die eigene Anteilnahme auszudrücken.

 

Für die eigentliche Beerdigung ist ebenfalls Zurückhaltung geboten. Frauen und Männer sollten gedeckte Kleidung wählen. Es muss nicht unbedingt schwarz sein, doch helle, fröhliche Farben und kurze Kleidung gehören nicht in einen Trauergottesdienst. Auch auffälliger Schmuck ist nicht angebracht.

In der Regel sammeln sich die Trauergäste vor der Kirche oder treten direkt ein und nehmen Platz. Die vorderen Reihen in der Kirche sind für die direkten Angehörigen reserviert, in den Reihen dahinter nehmen Freunde und Verwandte Platz.

Nach dem Gottesdienst begleitet die gesamte Trauergemeinschaft den Sarg oder die Urne zum Grab und wohnt der Beisetzung bei. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, den Angehörigen persönlich zu kondolieren.

 

Nach der Beisetzung laden die Angehörigen zum sogenannten Leichenschmaus in einem nahe gelegenen Café oder Restaurant. Hier wird Kaffee und ein kleiner Snack gereicht. Der Gedanke hinter diesem Treffen ist, dass die Angehörigen in dieser schweren Stunde nicht alleine sind und ein wenig Halt in der Anwesenheit der anderen Trauernden finden. Gewöhnlich dauert der Leichenschmaus rund zwei Stunden, in welchen das Friedhofspersonal das Grab herrichten kann, damit die Angehörigen dem Verstorbenen noch einmal einen ruhigen Besuch abstatten können.

jetzt kommentieren? 15. Dezember 2008

Umgangsformen sind auch in der Schule wichtig

Der Klassenverband stärkt Kinder, sofern alle integriert sind und keines der Kinder zum Außenseiter gerät. In der Gemeinschaft fühlen sich alle gut aufgehoben, denn die Menge schluckt den Einzelnen. Oberstes Gebot für die Lehrer bleibt dennoch, jeden einzelnen Schüler zu kennen und Stärken und Schwächen beurteilen zu können. Dabei sollten alle Kinder gleich behandelt werden, „Lieblingskinder” sollte ein Lehrer nicht haben. Soweit die Theorie, die Praxis sieht jedoch meist anders aus.

 

Kinder, die dem Lehrer gegenüber höflich auftreten und den Unterricht nicht stören, sind beim Kollegium beliebter, denn sie sind pflegeleicht und halten in der Regel besser im Unterrichtsstoff mit als Störenfriede und Unruhestifter. Auch Eltern freuen sich über ein gutes Zeugnis und eine erfreuliche Beurteilung durch den Klassenlehrer. Für den Schüler ist diese Situation oft nicht so einfach, denn schnell werden Kinder, die dem Unterricht eifrig folgen, als Streber abgestempelt und aus dem Klassenverband ausgeschlossen. Wenn der Rückhalt durch die Klassenkameraden fehlt, ziehen die Kinder sich entweder in sich selbst zurück oder versuchen, sich dem Rest der Klasse wieder anzunähern, indem sie ihr Verhalten ändern.

 

Eltern können meist nicht nachvollziehen, welcher Druck gerade auf kleinen Schulkindern liegen kann. Tipps und Ratschläge können wenig helfen wenn das Gleichgewicht nicht mehr vorhanden ist. Aus diesem Grund wird vermehrt darauf hingearbeitet, den Schulkindern schon früh die allgemeinen Regeln der Höflichkeit nahezulegen und die richtigen Umgangsformen zu thematisieren. Bereits in der Grundschule erarbeiten die Klassen Regeln, die für den Unterricht gelten sollen. Kinder, die sich besonders anstrengen und die Regeln einhalten, werden belohnt, zum Beispiel in Form von einem Nachmittag ohne Hausaufgaben; gestraft wird dagegen nicht. Die Belohnung soll für alle Kinder einen Anreiz darstellen, die Regeln zu befolgen. Viele Lehrer gehen sogar dazu über, den Unterricht zu teilen- auf eine ruhige Phase des konzentrierten Lernens dürfen die Kinder einige Minuten reden oder durch die Klasse laufen.

 

Auch der Deutsche Knigge Rat unterstützt die einheitliche Umsetzung des guten Benehmens im Klassenzimmer. Er hat einige Punkte zur Diskussion zusammengestellt, die in der Klasse besprochen werden können. Daraus sollte das Verständnis für die Wichtigkeit der Regeln erwachsen und eine einheitliche Umsetzung angeregt werden. Der Hintergrund dabei ist der Gedanke, dass in einem Klassenverband, in dem alle Schüler dem Unterricht folgen und dem Lehrer gegenüber freundlich sind, weniger Außenseiter zu finden sind.

jetzt kommentieren? 09. Dezember 2008

Integrität und Abgrenzung müssen früh erlernt werden

Gutes Benehmen besteht nicht nur daraus, anderen Menschen gegenüber höflich aufzutreten. Sicherlich macht Freundlichkeit und Entgegenkommen viel aus, wichtig dafür ist jedoch, dass jeder Mensch seinen eigenen Platz findet. Nur die richtige Mischung aus Anpassung und Abgrenzung schafft eine stabile Basis um sich problemfrei in der Gesellschaft bewegen zu können. Jeder Mensch steht in einem ständigen Dialog mit der Umwelt und muss immer wieder entscheiden, wie weit er anderen entgegenkommen kann, ohne sich selbst und seine Bedürfnisse zu vergessen.

 

Die Ausprägung des Selbst passiert sehr früh in den ersten Lebensjahren. Da kleine Kinder sich gegen Erwachsene zwar abgrenzen, aber nicht auflehnen dürfen, sollten sie so früh wie möglich in den Kontakt mit Gleichaltrigen treten. Nur im Kreis Gleichgestellter können die Kinder Grenzen stecken und Grenzen zu überwinden suchen, ohne darin eingeschränkt zu werden. Krabbelgruppen und Kinderturnen sind ideale Gelegenheiten, hier können die Kinder in passender Gesellschaft lernen, sich zu integrieren. Sobald der Nachwuchs in den Kindergarten kommt, sind die Grundsteine bereits gelegt, hier sollte daran gearbeitet werden, den Kindern nahezulegen, dass Probleme verbal gelöst werden sollten und nicht mit Gewalt. Kinder, die erst mit drei oder vier Jahren den Umgang mit Gleichaltrigen kennenlernen, haben es schwer, den Rückstand wieder aufzuholen. Erwachsene sollten sich stets bewusst sein, dass Ihre Anwesenheit trotz aller liebevollen Zuwendung nicht ausreicht, damit der Nachwuchs sich selbst abgrenzen kann.

 

Bis zum Eintritt in die Schule ist die Persönlichkeitsbildung weitestgehend abgeschlossen. Sicherlich tragen die Dinge, die die Kinder in den folgenden Jahren erleben, zu Änderungen bei, doch die Grundausprägung der Persönlichkeit legt sich in den ersten Lebensjahren fest. Nur wenn Kinder die Möglichkeit haben, sich an Gleichaltrigen zu messen, können sie Stärken und Schwächen kennenlernen und mit ihnen umgehen. Das trägt dazu bei, Rückschläge im weiteren Leben hinnehmen zu können, immer mit dem guten Wissen um die eigenen Stärken.

jetzt kommentieren? 06. Dezember 2008

Gutes Benehmen muss zeitgemäß sein

Jedes Elternteil wünscht sich ein herzliches und höfliches Kind, dessen Verhalten keinen Anlass zum Ärger oder gar zum Streit mit den Nachbarn gibt. Sicherlich wird jedes Kind den einen oder anderen Streich spielen oder einmal über die Stränge schlagen. Jedoch sollte die Grundhaltung des Nachwuchses den Mitmenschen gegenüber stimmen. Was jedoch viele Eltern nicht immer bedenken ist, dass die Erziehung, die sie selber genossen haben, nicht in allen Bereichen noch angemessen ist.

 

Die Ansprüche an die Kinder wandeln sich stetig. Früher musste der Nachwuchs kräftig im Haushalt mit anpacken, da die Arbeit sonst nicht zu bewältigen war. Mädchen machten sich in der Küche behilflich, Jungen mussten Holz hacken oder Wasser holen. Heute übernehmen vielfältige Geräte diese Aufgaben und lassen uns allen mehr Freiraum um das Leben individuell zu gestalten. Zwar sollten Kinder auch heute noch zu Sauberkeit erzogen werden, dennoch ist es nicht mehr notwendig, schwere Arbeit auf die kleinen Schultern zu legen.

 

Auch das Verhalten älteren Menschen gegenüber hat sich deutlich verändert. In Bus und Bahn für Personen aufzustehen ist längst nicht mehr selbstverständlich. Hier sollten Eltern versuchen, dem Nachwuchs das Verständnis für die Lage der Menschen zu vermitteln und ihn zu einem respektvollen Benehmen anhalten. Auf der anderen Seite ist jedoch das Helfen über die Straße oder das Tragen der Einkaufstasche nicht mehr angeraten. Nicht immer kann eingeschätzt werden, ob die Hilfe ernst gemeint ist; im Zuge der zunehmenden Kriminalität ist es nicht mehr einfach, anderen zu vertrauen. Möglicherweise könnte ein zu aufdringliches Hilfsangebot falsch verstanden werden und Angst auslösen.

 

Es obliegt den Eltern, ihren Kindern ein Gespür für ein angemessenes Verhalten im Umgang mit den Mitmenschen auf den Weg zu geben. Dieses wird jedoch stark von der Zeit beeinflusst, in der wir leben und ändert sich stets. Gutes Benehmen ist kein starres Handel nach Regeln, sondern vielmehr das Erkennen von Situationen und der richtigen Reaktion darauf.

jetzt kommentieren? 02. Dezember 2008