Monatsarchiv für November, 2008

Wie der Umgang mit sich selbst den Alltag beeinflusst

Der Umgang mit anderen Personen unterliegt vielseitigen Regeln, die in Büchern und im Internet nachgelesen werden können. Oberstes Prinzip ist die stetige Freundlichkeit den Mitmenschen gegenüber, nach Möglichkeit sollte ihnen in jeder Situation höflich und zuvorkommend begegnet werden. Das bekannteste Werk zu dem Thema Umgangsformen ist sicherlich der „Knigge”, dessen Autor Adolph Freiherr Knigge vielschichtige Beobachtungen niederschrieb. Er befasste sich mit dem menschlichen Zusammenleben in allen Bereichen; das Gelingen der Kindererziehung, der Erfolg im Beruf und das Glück in der Ehe unterliegen demnach einigen Grundsätzen. Wer diese aktiv umzusetzen versteht, leistet einen großen Beitrag. Die erste Ausgabe des heute als „Knigge” bekannten Werks hieß denn auch passend „Über den Umgang mit Menschen”. Der Inhalt wurde seit dem Erscheinen Ende des 18. Jahrhunderts in regelmäßigen Abständen überarbeitet. Dabei fiel eine ganz wesentliche Aussage des Autors weg. Dieser betrachtete nämlich auch den Umgang mit sich selbst als ungemein wichtig und hielt die Leser dazu an, die eigenen Bedürfnisse nicht zu unterdrücken. Es gibt verschiedene Kunstwerke des Autors auf Keilrahmen, die ihn manches Mal freundlich, aber doch häufiger unfreundlich erscheinen lassen. Ein Hinweis darauf, dass er es mit seinen Zeitgenossen aufgrund der Verbreitung der Hofetikette, die schließlich geheim war, nicht leicht hatte.

Warum dieser Punkt so wichtig ist, wird erst durch eine intensive Auseinandersetzung klar. Natürlich beeinflusst der Umgang mit der eigenen Person das Zusammenleben mit anderen nicht unmittelbar. Dennoch sind Menschen, die sich auch um das eigene Wohlergehen kümmern, deutlich ausgeglichener und belastbarer. Wer sich Ruhepausen gönnt und einfach einmal nur die Dinge tut, die ihm gut tun, der kann im Alltag gelassener an zu lösende Probleme herantreten und bewahrt länger die Ruhe. Die Hauptaussage in diesem Teil seines Werks sah Knigge vor allem darin, die eigene Person niemals hinter das Wohlergehen anderer zu stellen. Gerade Menschen, die sich täglich um andere Personen kümmern, gleich ob Mütter oder Arbeitnehmer in Pflegeberufen, stellen sich selbst hintenan. Oft bleibt ihnen keine Zeit für sich selbst. Auf Dauer kann ein solcher Alltag jedoch regelrecht krank machen, denn die Energiereserven werden nicht wieder aufgeladen. Als Folge werden diese Menschen leicht reizbar, ungeduldig oder sogar aggressiv und können ihren Verpflichtungen kaum noch nachkommen.

Nur wer sich aktiv Auszeiten gönnt und sich regelmäßig nur mit Dingen beschäftigt, die ihn glücklich machen, kann dem Druck des Lebens standhalten. Dieser Aspekt des menschlichen Miteinanders sollte nicht unterbewertet werden.

jetzt kommentieren? 30. November 2008

Geschäftsessen sicher meistern

In vielen Unternehmen ist ein jährliches Geschäftsessen Tradition. Auf diesem Weg möchten Geschäftsführer und Vorstand sich bei den Mitarbeitern für Ihre Arbeit bedanken und einen Rahmen bieten, sich untereinander auch persönlich näher zu kommen. Nur in wenigen Fällen ist bei einem solchen Essen auch die Firma ein Thema. Manchmal wird man als Arbeitnehmer auch direkt zu einem Essen in kleinem Rahmen eingeladen, häufig zur Begleitung bei einem Essen mit Kunden. Das Verhalten bei einem solchen offiziellen Termin kann sich auf die weitere Laufbahn im Unternehmen auswirken, deshalb sollten verschiedene Regeln eingehalten werden. 

 

Zum einen sollten Fragen hinsichtlich der Garderobe vor der Zusammenkunft geklärt werden. Weder sollte man zu schick, noch zu nachlässig gekleidet auftreten. Der genannte Zeitpunkt ist unbedingt einzuhalten. Zu spät kommen ist in keinem Fall gerne gesehen, auch der Chef wird sicherlich pünktlich kommen. Wer einige Minuten früher eintrifft, hat Zeit für eine ruhige Begrüßung und das Ablegen des Mantels. Deutlich früher jedoch sollte der Gast auch nicht eintreffen. Falls sich dies nicht vermeiden lässt, sollte einfach noch ein kleiner Spaziergang eingelegt werden.

 

Oftmals ist bei einem Geschäftsessen noch die Zeit stehen geblieben und der Gastgeber bestellt für die Gäste mit. Sollte er etwas bestellen, das partout nicht mit dem persönlichen Geschmack übereinstimmt, sollten er darauf aufmerksam gemacht werden. Das verstößt nicht gegen die Regeln! Vielmehr ist es wenig höflich, die Gäste nach ihren Vorlieben und Abneigungen zu fragen.

 

Das Essen beginnt oftmals mit einer Suppe. Diese wird gelöffelt, dabei darf weder geschlürft noch gepustet werden! Die Flüssigkeit wird am Rand des Tellers auf den Löffel genommen, da sie dort am schnellsten abkühlt. Keinesfalls wird dabei der Teller gekippt oder das gereichte Brot in die Suppe getunkt! Das Brot ist zwar als Beilage zur Vorspeise gedacht, jedoch wird es separat auf einem kleinen Teller gelagert. Für den Verzehr werden im Idealfall kleine Stücke abgerissen und mit Butter bestrichen. Dazu nimmt sich jeder Gast etwas Butter auf seinen eigenen Teller, von der er sich dann weiter bedient.

 

Die gereichten Getränke darf der Gast in der Regel selber bestimmen. Erlaubt ist dabei, was schmeckt, demnach darf zu einem Fischgericht auch durchaus ein roter Wein verzehrt werden. Generell darf Alkohol ohne Angabe des Grundes abgelehnt werden, keinesfalls sollte sich ein Gast zum Trinken gedrängt fühlen. Angestoßen wird nur in wenigen Fällen. Inzwischen ist es zudem üblicher, sich einfach zuzuprosten. Dazu werden die Gläser ein wenig erhoben und die Anwesenden nicken einander zu. Das Anstoßen im eigentlichen Sinn gehört vielmehr auf eine Silvesterfeier und ist vor allem bei großen Runden unpraktikabel.

 

Wesentlich für das Gelingen eines Essens ist jedoch neben den vielen Regeln in erster Linie, dass alle Anwesenden eine entspannte gemeinsame Zeit verbringen und das Essen genießen. Wer zu verkrampft versucht, sich untadelig zu verhalten, wird kaum ein anregender Gesprächspartner sein können.

jetzt kommentieren? 27. November 2008

Der Knigge und die Liebe

Adolph Freiherr Knigge hat sich bei seinen Beobachtungen für das Werk „Über den Umgang mit Menschen” nicht nur auf die gesellschaftlichen Beziehungen beschränkt, sondern auch der Liebe zwischen Mann und Frau Beachtung geschenkt. Wer sein Buch zur Hand nimmt und es hinsichtlich dieses Aspekts durchblättert, dem wird auffallen, dass Knigges Ratschläge trotz der Zeit, die zwischen dem Verfassen des sozilogisch ausgerichteten Werks und unserer Zeit liegen, noch immer Gültigkeit besitzen. Das liegt vor allem daran, dass auch heute noch der Ehe und einer glücklichen partnerschaftlichen Beziehung ein hoher Wert beigemessen wird. Entsprechend sind die Hinweise Knigges vor allem darauf ausgerichtet, dass es jedem der Partner überlassen ist, den anderen glücklich zu machen. Dies sollte das oberste Bestreben beider sein, die eigene Zufriedenheit sollte der des Partners nachstehen und beide sollten darauf vertrauen können, dass es der andere ebenso sieht. Entsprechend weist Knigge darauf hin, dass all jene Dinge unterlassen werden sollten, die den anderen verletzen könnten. Dazu gehört, dass vor allem die Männer ihre Aufmerksamkeit auf lediglich eine Dame konzentrieren sollten. Schenkt ein Herr mehreren Damen zu interessiert sein Gehör, wird dies die Angebetete sicherlich abschrecken und ihr das Gefühl vermitteln, dass er sie nicht so gerne mag wie sie dachte. In unserer Zeit gilt diese Regel gleichsam auch für Frauen, zu Lebzeiten Knigges kam es jedoch selten vor, dass eine Frau ohne Begleitung unter Menschen ging. Entsprechend wenig Gelegenheit wird es für sie gegeben haben.

Als ebenso wichtig erachtete Knigge die Verschwiegenheit in der Beziehung. Über die Liebe und alles, was sich in den eigenen vier Wänden abspielte, sollte nach Möglichkeit kein Laut nach draußen dringen. Die Liebe galt Knigge als reine Privatsache. Auch heute täten viele daran, sich diesen Hinweis mehr zu Herzen zu nehmen, sonst erreicht der Tratsch den Partner über Dritte- eine denkbar schlechte Basis für ein Gelingen der Beziehung.

Darüber hinaus geht Knigge noch auf einige weitere wichtige Punkte ein. Alle besitzen auch heute noch Aktualität.

jetzt kommentieren? 26. November 2008

Der Knigge und das Niesen

Zwei Dinge werden vor allem mit dem Knigge verbunden: Vorgaben für die korrekten Tischmanieren und die Aussage, dass man anderen nach einem Nieser nicht länger Gesundheit wünscht. Sicherlich ist den meisten Menschen bewusst, dass der Knigge noch viele weitere Themen beinhaltet, jedoch wurden und werden vor allem diese beiden Schwerpunkte öffentlich kommuniziert. Weshalb ausgerechnet die Änderung im Fall eines Niesens so breite Aufmerksamkeit findet, liegt vielleicht an der Tatsache, dass hier das von klein auf an gelernte Verhalten aufgegeben werden muss. Wir alle sind damit groß geworden, dass man niesenden Menschen Gesundheit wünscht- gleich, ob dieser wirklich erkältet ist oder lediglich die Nase kitzelt. Nunmehr wird aber laut Knigge nicht nur erwartet, einen Nieser wortlos zu übergehen, denn der Niesende sollte je nach Situation sogar um Verzeihung seiner Störung bitten. Der Gedanke hinter dieser Neuerung ist, dass durch den anschließenden Wunsch noch mehr Aufmerksamkeit auf das unerwünschte Niesen gelenkt wird. In der Tat wird die körperliche Reaktion des Niesens- in der Regel nicht in jedem Fall zu verhindern- oftmals als unangebracht und störend angesehen. Deshalb versuchen viele Menschen, vor allem Frauen, diesen Drang zu unterdrücken. Gerade Personen, die von Natur aus laut niesen, tun ihr Möglichstes um einen Nieser zu verhindern. Medizinisch gesehen ist dieses Verhalten jedoch keineswegs empfehlenswert. Mit dem Niesen werden reizende Partikel aus der Nase entfernt und damit die Nasenschleimhäute geschont. Unterdrückt man den Niesreiz, kann der bereits aufgebaute Druck dazu führen, dass Äderchen platzen oder sogar Probleme mit den Nebenhöhlen und dem Trommelfell entstehen. Wer niesen muss, sollte aus Höflichkeit versuchen, in ein sauberes Taschentuch zu niesen. Ist keines zur Hand, niest man in die linke Hand- die Rechte reicht man zur Begrüßung oder Verabschiedung den umstehenden Personen und sollte entsprechend nicht dafür genutzt werden. Eine Entschuldigung ist nur dann notwendig, wenn durch ein häufiges Niesen hintereinander der Gesprächsfluss gestoppt wird.
Ob man nun seinerseits weiterhin Gesundheit wünscht oder nicht, sollte jedoch jedem selbst überlassen bleiben. Schließlich ist das Gesundheit wünschen beinahe ein Automatismus und wird meist ohne bewusste Entscheidung ausgesprochen.

jetzt kommentieren? 24. November 2008

Der Umgang mit Kollegen erfordert Fingerspitzengefühl

Als berufstätiger Mensch verbringt man mit seinen Kollegen auf der Arbeit mehr Zeit als mit dem Partner und der Familie. Entsprechend ergeben sich aus der Tätigkeit nicht selten Freundschaften, die über Jahre hinweg halten. Jedoch reicht die Zuneigung nicht für alle Kollegen bis zu einer engen persönlichen Bindung, dennoch muss die Basis für die Zusammenarbeit stimmen. Entsprechend müssen einige Regeln eingehalten werden, damit es nicht zu Problemen kommt, die sich auf die Arbeit auswirken können.

In jedem Fall sollte mit zu privaten Details auf der Arbeit sparsam umgegangen werden. Persönliche Dinge sollten nur an Personen weitergegeben werden, die sich bereits des Vertrauens würdig erwiesen haben. Sonst läuft man Gefahr, dass sich auch unliebsame Geschichten wie ein Lauffeuer durch die gesamte Abteilung verbreiten und jeder über das eigene Privatleben Bescheid weiß. Oftmals werden die Geschichten zudem ausgeschmückt oder verändert und können den Ruf negativ beeinflussen. Der tägliche Umgang mit den Kollegen sollte von Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft geprägt sein, jedoch gehört eine gewisse Portion Distanz ebenfalls dazu.

Wer unter seinen Kollegen gern gesehen ist, hat es leichter. Neben einem netten Lächeln und einem freundlichen Gruß kann eine gemeinsame Kaffeepause Wunder wirken. Es ist also ratsam, sich nicht grundsätzlich selber auszuschließen und sich in der Pause zurückzuziehen. Regelmäßig sollte der Kontakt zu den anderen Angestellten gesucht und gepflegt werden. Sicherlich fällt hier das eine oder andere private Wort, manchmal auch ein brisantes Detail über das Unternehmen- in keinem Fall sollte etwas, das in dem Rahmen einer Pause erzählt wird, weitergetragen werden!

In den meisten Betrieben ist es üblich, am Geburtstag einen Kuchen oder etwas Ähnliches mitzubringen. Dieser Brauch sollte unbedingt aufgegriffen und beibehalten werden. Getreu dem Motto „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft” kann auf die nette Kollegin vom Tisch gegenüber an deren Geburtstag gerne auch ein kleines Präsent warten.

Wer über den beruflichen Alltag hinaus keinen weiteren Kontakt wünscht, sollte diese Tatsache höflich, aber strikt deutlich machen. Es ist keineswegs verwerflich, nicht jede neue nette Bekanntschaft in das Privatleben zu integrieren.

jetzt kommentieren? 21. November 2008

Der Date-Knigge

Das erste Date ist für beide Beteiligten sehr aufregend. Viele kleine Entscheidungen sind für ein gelungenes Treffen nötig. Allein die Festlegung der Rahmenbedingungen wie des Ortes, an dem das Date stattfinden soll, benötigt einiges an Fingerspitzengefühl, damit beide sich auf den Abend freuen können. Mit dem ersten Treffen sind zudem oft Erwartungen verbunden, die im Idealfall erfüllt werden können. Etwas Mühe und vor allem die Einhaltung ungeschriebener Regeln gehören jedoch in jedem Fall dazu.

Meist findet das Date in einem gemeinsam gewählten Restaurant statt. Die Wahl der Speisen und des passenden Getränks darf jeder für sich selbst treffen, der Herr bestellt inzwischen nicht mehr für die Dame mit. Auch wenn in diesem Teil die Emanzipation Einzug gehalten hat: ihr die Tür aufhalten, aus und in den Mantel helfen und den Stuhl zurecht rücken gehört noch immer zum guten Ton. Gerade bei diesem ersten Treffen sollten die Regeln der Kommunikation eingehalten werden. Den Gegenüber ausreden lassen und auf das Gesagte eingehen werden mindestens erwartet- auch bei Ausführungen, die einen nicht besonders ansprechen. Dadurch zeigt man, dass man an dem Anderen interessiert ist und Anteil nimmt. Einige Themen sollten dabei in jedem Fall umgangen werden. Dazu gehören Krankheiten, Religion, Politik und vor allem Details über abgelegte Partner. Dabei sollte das Gespräch keineswegs belanglos sein- Hobbys, Reisen, Bücher und andere unproblematische Themen bieten Stoff genug für angeregte Unterhaltungen.

In deutschen Restaurants darf inzwischen nicht mehr geraucht werden. Wer gerne rauchen möchte, muss dafür vor die Tür oder in einen separaten Raum gehen- denkbar ungünstig für das erste Date. Wenn der Drang nach der Zigarette dennoch zu groß wird, sollte rein formell die Erlaubnis des Anderen eingeholt werden. Besser ist jedoch, das Rauchen für die Dauer des Treffens zu unterlassen. Alkohol dagegen darf durchaus genossen werden- allerdings in Maßen. Zuviel zu trinken wird sicherlich einen negativen Eindruck hinterlassen, ein zweites Treffen rückt dadurch nicht selten in weite Ferne.

Wer zudem noch sein Handy ausstellt oder gleich zu Hause lässt, schafft die besten Voraussetzungen für einen gelungenen Abend.

jetzt kommentieren? 21. November 2008

Die richtige Kommunikation mit Kindern

Die Kommunikation untereinander beeinflusst in sehr großem Maß jede zwischenmenschliche Beziehung. Ganz gleich, ob im Privatleben mit dem Partner, Familienmitgliedern oder Freunden oder auf der Arbeit mit den Kollegen: die Kommunikation bildet die Ebene, auf der wir einander begegnen. Dabei besteht die Kommunikation nicht nur aus den Dingen, die gesagt werden, sondern auch aus dem Tonfall und der Situation. Während Erwachsene oftmals auch aus unglücklichen Formulierungen die richtige Aussage herausfiltern können, fassen Kinder Gesagtes immer wortgetreu auf. Ironie und Sarkasmus kennen sie nicht, denn die kognitive Fähigkeit, diese Stilmittel anzuwenden und zu verstehen bildet sich erst im jugendlichen Alter heraus. Entsprechend vorsichtig sollten Erwachsenen in der Kommunikation mit Kindern vorgehen.

Um Zweifel zu vermeiden, sollte den eigenen Kindern immer deutlich gemacht werden, dass sie uneingeschränkt geliebt werden. Als Elternteil kommt man regelmäßig in eine Situation, in der das Kind gerügt werden muss, hier ist es sehr wichtig, den Kindern sachlich zu erklären, warum man sich gerade ärgert. Wesentlich dafür ist, die Aussagen auf sich selbst zu beziehen und nicht das Kind in den Mittelpunkt zu stellen. Wird dem Nachwuchs erläutert, warum die Erwachsenen ein gewisses Verhalten für unangebracht halten, kann es dieses für die Zukunft besser vermeiden. Dazu sollte dem Kind auch zu verstehen gegeben werden, dass die Eltern es auch dann lieben, wenn es sich einmal nicht vernünftig verhält.

Auch Vergleiche mit anderen sollten besser umgangen werden, denn diese geben dem Kind das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Besser ist, Stärken zu loben und an Schwächen gemeinsam zu arbeiten, denn so wird die Individualität des Kindes anerkannt. Kein Mensch kann alles gleich gut, daher sollten auch kleinere Defizite beim eigenen Kind hingenommen werden. Lob dagegen stärkt das Selbstbewusstsein und schafft den Anreiz, in allen Bereichen gute Leistungen zu erzielen. Dazu gehört auch, anderen Erwachsenen gegenüber nichts Negatives über den Nachwuchs zu äußern, vor allem dann nicht, wenn sich das Kind in Hörweite befinden könnte. Auch wenn dieses im Nebenraum spielt oder sich auf dem Spielplatz mutmaßlich weit genug entfernt befindet sollte es niemals der Mittelpunkt eines Gesprächs sein. Kinder hören weit besser als Erwachsene und schnappen so auch die Dinge auf, die nicht für ihre Ohren bestimmt sind.

Grundsätzlich gelten also für die Kommunikation mit Kindern die gleichen Regeln wie für den Umgang mit Erwachsenen, jedoch in deutlich verschärftem Maß.

jetzt kommentieren? 20. November 2008

Der richtige Umgang zwischen Arzt und Patient

Jeder Mensch benötigt in seinem Leben hin und wieder eine ärztliche Behandlung. Auch wenn es sich in den meisten Fällen um kleinere Beschwerden oder sogar nur Vorsorgeuntersuchungen handelt, fühlt sich der Patient dem Arzt oftmals ausgeliefert. Die richtige Kommunikation zwischen dem Arzt und dem Patienten erleichtert nicht nur die Anamnese und führt zu einer effizienteren Behandlung, sondern schafft auch die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Patienten, die sich von ihrem Arzt nicht ernst genommen fühlen, können kein Vertrauen zu diesem aufbauen und werden über kurz oder lang einen anderen konsultieren. Häufiger Ärztewechsel erschwert in vielen Fällen jedoch die Behandlung der Leiden und belastet den Patienten. Es ist also ungemein wichtig, dass der Arzt sich bewusst ist, wie der Patient sich in seiner Gegenwart fühlt und entsprechend auf diesen eingeht. Verständnis, Freundlichkeit und Zeit für ein Gespräch sind ausschlaggebende Kriterien für ein gutes Verhältnis.

Während in anderen Ländern die Vorbereitung von angehenden Ärzten auf die Kommunikation mit dem Patienten zwingend zur Ausbildung gehört, ist in Deutschland ein entsprechendes Seminar lediglich fakultativ. Junge Ärzte starten oftmals ohne praktische Erfahrungen im Arzt-Patienten-Gespräch in das Berufsleben. Dies ist eine denkbar ungünstige Ausgangsbasis für eine erfolgreiche Praxis.

Viele Hochschulen bieten daher auf freiwilliger Basis entsprechende Seminare an, in denen die Studenten der Humanmedizin sich auf die bevorstehende Herausforderung vorbereiten können. Trotz der zusätzlichen Belastung finden diese Seminare einigen Anklang, denn die jungen Ärzte finden hier Hilfestellungen auch zu kritischen Themen. Gerade Patienten mit ernsten Erkrankungen brauchen die Unterstützung ihres Arztes, und zwar über die rein fachliche Seite hinaus. Der Arzt sollte also in der Lage sein, auch bei schlechten Nachrichten Hoffnung zu geben und Mut zu machen. In Rollenspielen und anhand von Beispielen lernen die Studenten, welche Mittel ihnen zur Verfügung stehen, um solche Situationen erfolgreich gemeinsam mit dem Patienten zu meistern.

jetzt kommentieren? 20. November 2008

Adolph Freiherr Knigge- der Mann hinter dem Buch

Adolph Knigge wurde am 16. Oktober 1752 geboren, er entstammte einer verarmten Adelsfamilie mit Familiensitz in Bredenbeck bei Hannover. Bereits mit 14 Jahren hatte er beide Elternteile verloren und kam in die Obhut eines Vormunds, der für seine schulische Bildung in einer Privatschule sorgte. Einziger Nachlass war eine große Summe Schulden, die zu einer Zwangspfändung des Wohnsitzes führte. Adolph erhielt eine jährliche Rente von damals 500 Reichstalern. Im Alter von 20 Jahren schloss er 1772 das Studium der Juristik und Kameralistik ab. Es folgten verschiedene Anstellungen bei Hofe, die dem jungen Mann zuwider waren. Seine Eindrücke verarbeitete Adolph Freiherr Knigge in seinen frühen Werken, in denen er wenig Gutes über das Leben bei Hofe ausdrückte. Ab 1780 wandte er sich ganz der Schriftstellerei zu. Bis an sein Lebensende im Jahr 1796 verfasste er rund ein Dutzend Werke, von denen einzig sein sozialkritisches Buch „Über den Umgang mit Menschen” bis heute Bedeutung hat. Das Grab des im Alter von 44 Jahren verstorbenen Manns befindet sich im Bremer St.-Petri-Dom.

Sein bekanntestes Werk „Über den Umgang mit Menschen” ist heute kurz als der „Knigge” bekannt und wird inzwischen auch unter diesem Namen verlegt. Der Inhalt der heutigen Ausgaben ist stark überarbeitet und hat mit der ursprünglichen Aussage des Werks wenig gemein. Während seiner Zeit am Hof und seiner Mitwirkung in verschiedenen Logen und Orden konnte er einen umfassenden Einblick in die menschliche Kommunikation gewinnen. Seine Beobachtungen und Eindrücke hielt er in seinem Werk fest. Sein Anliegen war dabei jedoch keineswegs, den Menschen einen Leitfaden für das richtige Verhalten bei Tisch oder Richtlinien in Bezug auf korrekte Kleidung zu liefern. Im Vordergrund stand vielmehr die Idee, den Menschen Hinweise zu einem erfolgreichen Miteinander zu geben. Das Augenmerk lag dabei auf den Umgangsformen, die zu einem gelungenen Zusammenleben führen und der richtigen Kommunikation. Bereits kurz nach Knigges Tod fügte der Verlag eigenmächtig Benimmregeln hinzu, die in den folgenden Ausgaben mehr und mehr in den Vordergrund rückten. Die heutigen Ausgaben des Werks haben kaum noch Schnittstellen mit der ursprünglichen Fassung Knigges. Auch das Bild, das heute über die Person Adolph Freiherr Knigge existiert, entspricht deshalb nicht mehr der Tatsache. Knigge verstand sich als Beobachter, keineswegs jedoch wollte er den zwischenmenschlichen Umgang reglementieren und damit einengen.

jetzt kommentieren? 14. November 2008

Gutes Benehmen ist auch am Telefon wichtig

Für die meisten Menschen ist der größte Teil der geführten Telefonate beruflicher Natur. Diese Gespräche unterliegen anderen Regeln als die privaten, da der Gegenüber in den meisten Fällen nicht bekannt ist. Um erfolgreiche Telefonate zu führen, gehört ein gutes Stück Fingerspitzengefühl dazu, denn es ist wichtig, zu dem Gesprächspartner eine Beziehung aufzubauen. Dies gelingt am besten durch eine komplette Vorstellung zu Beginn des Gesprächs. Das gilt sowohl für einen aktiv durchgeführten Anruf als auch für das Annehmen eines solchen! Vor- und Zunahme sowie die Nennung des Firmen- und Abteilungsnamens sind unerlässlich. Auch der Name des Gesprächspartners ist wichtig, wird dieser nicht verstanden ist es besser, noch einmal gezielt nachzufragen. Während des Gesprächs schafft die Nennung des Namens Nähe und ist außerdem sehr höflich. Darüber hinaus sollte der Angerufene nicht mit einem Thema überrumpelt werden. Besser ist kurz darzulegen, welchen Inhalt das Gespräch haben wird, damit der Gesprächspartner sich orientieren kann.

Wie jedes Gespräch unterliegt auch ein Telefonat den Grundsätzen der Kommunikation. Um Missverständnisse zu vermeiden sollte das Prinzip des aktiven Zuhörens angewandt werden. Das bedeutet, das Gesagte des Anderen in eigenen Worten noch einmal zu wiederholen. Dadurch kann sichergestellt werden, dass die Inhalte auch korrekt aufgefasst werden.

 

Richtiges Telefonieren kann gelernt werden. Viele freiberufliche Trainer und auch Consultingfirmen bieten daher Seminare an, in denen die Teilnehmer mit den Finessen eines Telefonats vertraut gemacht werden. Diese Coachings können sowohl im Unternehmen selber oder auch in Form einer Wochenendschulung erfolgen, die Dauer ist dabei abhängig vom gewünschten Lernerfolg. Eine Teilnahme an einem Telefoncoaching lohnt vor allem für Personen, die viel telefonischen Kundenkontakt haben. Die aktive Gesprächsführung kann helfen, Telefonate schneller und zu beiderseitiger Zufriedenheit zu führen, Eskalationen zu verhindern und auch potentielle Kunden für sich zu gewinnen. Die im Seminar erlernten Praktiken können auch für den privaten Bereich erfolgreich genutzt werden.

jetzt kommentieren? 12. November 2008

ältere Beiträge