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Der Knigge und das Handy

Gutes Benehmen lässt sich daran messen, dass ein Mensch sich in seiner Umgebung bewegt, ohne andere dabei zu stören oder zu behindern. Die Grundlagen des richtigen Verhaltens sind in einem Buch zusammengefasst, dass als der „Knigge” den meisten Menschen bekannt ist. Eine der wichtigsten Aussagen ist, dass anderen Personen immer Respekt und Achtung entgegengebracht werden sollte. Vor allem im Gespräch sollte man sich möglichst nicht ablenken lassen und dem Gegenüber uneingeschränkte Aufmerksamkeit widmen. Das gestaltet sich in Zeiten der ununterbrochenen Erreichbarkeit sehr schwierig. Nahezu jeder Deutsche besitzt inzwischen ein Handy, welches überall hin mitgenommen wird. Der Besitz eines solchen Geräts verpflichtet geradezu, es auch immer an zu haben und jedes Telefonat entgegen zu nehmen. Schließlich könnte der eine verpasste Anruf einen wichtigen Inhalt haben!

Dabei ist der Gebrauch eines Mobiltelefons keineswegs in jeder Situation angebracht. Sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld gibt es Zeitpunkte, in denen es unbedingt ausgeschaltet sein sollte, damit man nicht unangenehm auffällt. Ein Geschäftstelefon sollte nach dem Feierabend nicht mehr genutzt werden, es sei denn, es liegt ein wichtiger Grund vor, der die Erreichbarkeit verlangt. Die kostbaren Momente des Tages, die man nicht auf der Arbeit verbringt, sollten dem Partner und der Familie gehören, ohne dass ständiges Telefonklingeln die Ruhe stört. Auch ein Besuch im Kino oder Theater gebietet ein zumindest lautlos geschaltetes Handy. Wenn ein wichtiger Anruf erwartet wird, kann es auch auf Vibrationsalarm gestellt und am Körper getragen werden. Ein Gespräch ist in jedem Fall dort zu führen, wo keine Besucher dadurch gestört werden. In Anlehnung an die Benimmregeln von Adolph Freiherr Knigge sollte es besser in Kauf genommen werden, dafür vor die Tür zu gehen, als sich den Unmut anderer Personen zuzuziehen. Auch im Restaurant gehört es sich nicht, die anderen Gäste durch einen eingehenden Anruf zu stören.

Darüber hinaus gibt es auch im Beruf einige Ausnahmesituationen, die den Gebrauch eines Handys verbieten. Dazu gehören Besprechungen jeder Art, Geschäftsessen, Termine mit Kunden und Geschäftspartnern und Vorträge. Auch hier sollte auf den Vibrationsalarm zurückgegriffen werden, wenn das Abschalten des Gerätes nicht möglich ist.

Gerade an dem Beispiel der Nutzung von Mobiltelefonen ist ersichtlich, dass die Inhalte des Knigge obwohl sie alt sind noch immer Aktualität besitzen.

jetzt kommentieren? 10. Juli 2012

Der „Knigge” und sein Autor

Der Begriff „Knigge” ist den meisten Menschen bekannt und oftmals eher zuwider. Dies liegt vor allem an dem leicht verstaubten Image und der Tatsache, dass der „Knigge” als strenges Regelwerk angesehen wird. Jedoch hat Adolph Freiherr Knigge, auf dessen Werk die heutigen Ausgaben beruhen, nicht die Intention gehabt, für verschiedene Situationen Regeln aufzustellen. Vielmehr ging es ihm darum, den Lesern seines Buches „Über den Umgang mit Menschen” zu verdeutlichen, wie einfach ein freundliches Miteinander sein kann, sofern alle Menschen einige grundsätzliche Punkte beachten. Die von ihm genannten Eckpfeiler des Umgang mit anderen Personen beruhen vor allem auf gegenseitiger Achtung und Höflichkeit und darauf, dass Menschen, die anderen zuvorkommend begegnen, selber auch so behandelt werden. Demnach hat das, was wir heute als den „Knigge” bezeichnen, nur entfernt etwas mit dem Werk des Mannes gleich nach dem er benannt ist und den man wohl nur noch von alten Bildern auf einem Keilrahmen kennt.

Vor allem die Verhaltensvorgaben hinsichtlich der Nahrungsaufnahme scheinen vielen Menschen zu steif. Freiherr Knigge hat jedoch bereits damals erkannt, dass ein anständiges Auftreten in der Öffentlichkeit das eigene Ansehen positiv beeinflusst. Da bereits zu seiner Zeit wie auch heute noch viele gesellschaftliche Anlässe mit einem Essen verbunden sind, gilt diese  Feststellung besonders auch für die Manieren bei Tisch. Wer sich hier zu benehmen weiß und auch das richtige Verhalten seiner Tischdame und dem Gastgeber gegenüber aufweist, kann seine eigene gesellschaftliche Stellung untermauern. Nun ist das gesellschaftliche Gefüge in unserer Zeit anders als vor 250 Jahren, dennoch beweisen die Grundsätze Knigges auch heute noch einiges an Aktualität. Vor allem im beruflichen Umfeld kann sich nur beweisen, wer sich in jedem Umfeld angemessen zu bewegen weiß. Der Aufstieg in einem Unternehmen ist längst nicht mehr nur von fachlichem Wissen abhängig, sondern wird auch durch eine angenehme und zuvorkommende Präsenz bedingt. Wer sich das verdeutlicht wird merken, dass in den Aussagen des „Knigge” die Voraussetzungen für die korrekten Umgangsformen niedergeschrieben und dass diese keineswegs überholt sind.

jetzt kommentieren? 08. Juli 2012

Adolph Freiherr Knigge- der Mann hinter dem Buch

Adolph Knigge wurde am 16. Oktober 1752 geboren, er entstammte einer verarmten Adelsfamilie mit Familiensitz in Bredenbeck bei Hannover. Bereits mit 14 Jahren hatte er beide Elternteile verloren und kam in die Obhut eines Vormunds, der für seine schulische Bildung in einer Privatschule sorgte. Einziger Nachlass war eine große Summe Schulden, die zu einer Zwangspfändung des Wohnsitzes führte. Adolph erhielt eine jährliche Rente von damals 500 Reichstalern. Im Alter von 20 Jahren schloss er 1772 das Studium der Juristik und Kameralistik ab. Es folgten verschiedene Anstellungen bei Hofe, die dem jungen Mann zuwider waren. Seine Eindrücke verarbeitete Adolph Freiherr Knigge in seinen frühen Werken, in denen er wenig Gutes über das Leben bei Hofe ausdrückte. Ab 1780 wandte er sich ganz der Schriftstellerei zu. Bis an sein Lebensende im Jahr 1796 verfasste er rund ein Dutzend Werke, von denen einzig sein sozialkritisches Buch „Über den Umgang mit Menschen” bis heute Bedeutung hat. Das Grab des im Alter von 44 Jahren verstorbenen Manns befindet sich im Bremer St.-Petri-Dom.

Sein bekanntestes Werk „Über den Umgang mit Menschen” ist heute kurz als der „Knigge” bekannt und wird inzwischen auch unter diesem Namen verlegt. Der Inhalt der heutigen Ausgaben ist stark überarbeitet und hat mit der ursprünglichen Aussage des Werks wenig gemein. Während seiner Zeit am Hof und seiner Mitwirkung in verschiedenen Logen und Orden konnte er einen umfassenden Einblick in die menschliche Kommunikation gewinnen. Seine Beobachtungen und Eindrücke hielt er in seinem Werk fest. Sein Anliegen war dabei jedoch keineswegs, den Menschen einen Leitfaden für das richtige Verhalten bei Tisch oder Richtlinien in Bezug auf korrekte Kleidung zu liefern. Im Vordergrund stand vielmehr die Idee, den Menschen Hinweise zu einem erfolgreichen Miteinander zu geben. Das Augenmerk lag dabei auf den Umgangsformen, die zu einem gelungenen Zusammenleben führen und der richtigen Kommunikation. Bereits kurz nach Knigges Tod fügte der Verlag eigenmächtig Benimmregeln hinzu, die in den folgenden Ausgaben mehr und mehr in den Vordergrund rückten. Die heutigen Ausgaben des Werks haben kaum noch Schnittstellen mit der ursprünglichen Fassung Knigges. Auch das Bild, das heute über die Person Adolph Freiherr Knigge existiert, entspricht deshalb nicht mehr der Tatsache. Knigge verstand sich als Beobachter, keineswegs jedoch wollte er den zwischenmenschlichen Umgang reglementieren und damit einengen.

jetzt kommentieren? 14. November 2008

Der Knigge für den Gentleman

Zu Lebzeiten Adolph Freiherr Knigges drehte sich die Gesellschaft vor allem um den Mann. Die Gattin war zwar auf Empfängen gerne als Begleitung gesehen, doch selten war sie mehr als schmückendes Beiwerk. Das zumindest hat sich heute verändert, denn Frauen nehmen wichtige Positionen in großen Unternehmen ein. Nicht verändert hat sich der Anspruch an den Mann, in jeder Situation das angemessene Benehmen zu zeigen und immer dem Anlass entsprechend gekleidet zu sein. An der „Mode” für den Mann im Beruf hat sich nicht grundlegend etwas verändert, lediglich die Schnitte der Anzüge und Smokings wurden leicht variiert. Doch welche Farbe wird zu welchem Anlass getragen, wann greift der Mann zur Fliege und welche Schuhe gehören zu welchem Outfit? Antworten darauf findet der Mann im Knigge für den Gentleman, denn es gibt einige elementare Regeln für die Wahl der Kleidung.

Gerade Männer mit Berufen, der viel Kontakt zu wichtigen Geschäftskunden beinhaltet, sollten über eine größere Auswahl an Anzügen verfügen. Im Idealfall sind die Anzüge maßgeschneidert. Wer einen Anzug von der Stange kauft, sollte einen erfahrenen Verkäufer zu Hilfe bitten, denn dieser kann den optimal sitzenden Anzug heraussuchen. Die Farben sollten möglichst gedeckt ausfallen und zum Typ passen. Schlichte einfarbige Anzüge oder Anzüge mit Nadelstreifen passen zu nahezu jedem Anlass.

Die Basisausstattung an Schuhen sollte zwei Paar schwarze und ein Paar braune Lederschuhe umfassen. Es ist darauf zu achten, dass es sich um echtes Leder handelt, denn Lederimitat hat nicht dieselbe Qualität und wird schnell als Imitat erkannt. An den Schuhen sollte demnach kein Abstrich gemacht werden. Die Grundausstattung kann um beliebig viele Freizeitschuhe erweitert werden.

Der Knigge für den Mann bietet viele Anhaltspunkte in Bezug auf die angemessene Kleidung. Grundsätzlich ist es besser, zu gut gekleidet zu sein als dadurch aufzufallen, dass die Kleidung nicht dem Anlass entspricht. Darüber hinaus findet der Gentleman im Knigge auch wichtige Hinweise auf das korrekte Auftreten in Gesellschaften.

jetzt kommentieren? 31. Oktober 2008

Der Knigge

Adolph Freiherr Knigge wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts geboren und befasste sich neben diversen anderen Themen mit dem Umgang der Menschen untereinander unter soziologischen Gesichtspunkten. Das aus seinen Beobachtungen entstandene Werk „Über den Umgang mit Menschen” erschien noch lange nach seinem Tod in mehreren Neuauflagen und ist heute schlicht als der „Knigge” bekannt. Leider ist der heutigen, sehr stark veränderten Ausgabe seines Buches kaum etwas von dem ursprünglichen Inhalt geblieben. Inzwischen verbinden die Menschen mit dem Namen Knigge vor allem Regeln über das richtige Benehmen am Tisch, darüber hinaus vielleicht noch Anhaltspunkte für das richtige Auftreten in einer Gesellschaft. Gerade wegen der Meinung, der Knigge schreibe verbindliche Verhaltensformen vor, können viele dem Werk nichts abgewinnen. Dass jedoch nur der Name des Autors fälschlicherweise für Bücher übernommen wurde, die sich mit Benimmregeln auseinander setzen, ist meistens nicht bekannt.

Adolph Freiherr Knigge beschäftigte sich zwar mit menschlichen Umgangsformen, jedoch hinsichtlich eines Mindestmaßes an Höflichkeit, die das Miteinander erleichtert. Seine Gesichtspunkte lagen nicht auf Benimmvorgaben für den einzelnen, sondern vielmehr auf einer schlichten Untersuchung, auf welchen Grundlagen ein gutes Auskommen mit anderen Personen gewährleistet ist. Im Laufe der Zeit wurde die Absicht Knigges mehr und mehr verzerrt. Heute werden unter seinem Namen für jeden gesellschaftlichen Bereich Regelwerke veröffentlicht, auch für jene, die es zu seinen Lebzeiten nicht gab. So gibt es inzwischen Bücher über die Umgangsformen im Internet, über den richtigen Gebrauch eines Mobiltelefons in der Öffentlichkeit und sogar einen „Knigge” für Hunde. Die Inhalte dieser Ratgeber haben zwar wenig mit dem Werk Knigges zu tun, trotzdem verbindet ihre Grundlage sie mit diesem, denn sie geben Ratschläge, welches Verhalten von anderen Menschen als höflich aufgefasst wird. Leider fehlt den Ratgebern oftmals der explizite Hinweis darauf, weshalb die Umsetzung der elementaren Regeln so wichtig ist und welche Auswirkung diese auf die Wahrnehmung der eigenen Person in der Öffentlichkeit haben kann. Daher wird der Knigge als bloße Verhaltensvorgabe aufgefasst, und das ist wohl in erster Linie der Grund, weshalb dieser Name in unserer Gesellschaft oftmals so wenig Achtung findet.

jetzt kommentieren? 22. Oktober 2008