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Der Begrüßungs-Knigge

Immer wieder wird betont, wie wichtig der erste Eindruck ist. Ganz wesentlich dafür ist die Begrüßung, denn hier treten die Menschen meist erstmals näher aneinander heran. Bei der Begrüßung wird entschieden, ob der Gegenüber einem sympathisch ist oder nicht- und zwar in Bruchteilen von Sekunden. Vor allem deshalb hat sich Adolph Freiherr Knigge so besonders mit den verschiedenen Begrüßungsritualen auseinander gesetzt.

Wichtig ist, dass die Begrüßung angemessen ausfällt, Fremde sollten nicht überschwänglich umarmt, Bekannte nicht mit einem kurzen Kopfnicken abgekanzelt werden. Ein großer Unterschied besteht zwischen Begrüßungen, die im privaten Umfeld stattfinden, und Begrüßungen von beruflichen Kollegen und Geschäftspartnern. Im Berufsleben entscheidet die Stellung im Unternehmen, wer zuerst gegrüßt wird. Die Formel, dass erst die Damen und dann die Herren begrüßt werden, ist damit hinfällig. Gewöhnlich wird bei offiziellen Anlässen die Begrüßung mit Händeschütteln gewählt, lediglich im täglichen Umgang entfällt diese Formalität.

Begrüßungen von Freunden und Bekannten sind um einiges variabler. Adolph Freiherr Knigges Ratschläge sind inzwischen überholt, denn die Umarmung gehört längst nicht mehr in den Familienkreis, und auch freundschaftliche Begrüßungsküsse auf die Wange sind in die deutsche Kultur übernommen worden. Zu den Lebzeiten Knigges war daran nicht zu denken, denn vor 250 Jahren sah der gesellschaftliche Umgang noch anders aus. Deshalb wurden die neuen Ausgaben des „Knigge”, in dem die allgemein anerkannten Umgangsformen vorgestellt und diskutiert werden, entsprechend angepasst. Hier findet der Leser auch Anregungen bezüglich der Anrede- und Begrüßungsformeln, denn auch der verbale Kontakt ist entscheidend für die Entwicklung von Sympathien und Antipathien. Eine einfache Floskel ruft beim Gegenüber selten das Gefühl hervor, dass seine Anwesenheit wirklich erwünscht ist. Deshalb ist es ratsam, die Begrüßung mit einigen persönlichen Worten zu ergänzen. Sehr wichtig dabei ist, dass während der Begrüßung Blickkontakt gehalten und die Sätze nicht gestottert werden. Für unsichere Menschen bietet sich der Besuch eines Knigge-Seminars an, in dem von der Begrüßung bis zur Verabschiedung verschiedene denkbare Situationen aufgegriffen und mittels Rollenspielen nachgestellt werden. Auf diese Weise können die Teilnehmer im Selbstversuch erfahren, welche Begrüßung positiv aufgenommen wird.

jetzt kommentieren? 28. Oktober 2008