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Im täglichen Miteinander müssen Regeln eingehalten werden, die kaum bewusst sind. Erst wenn die Regeln deutlich verletzt werden, werden sie als solche überhaupt wahrgenommen. Ganz wesentlich im Alltag ist die Einhaltung der Distanzzonen, die sich deutlich auf das Wohlbefinden auswirkt.
Als Distanzzone wird der körperliche Abstand bezeichnet, den Menschen im Alltag voneinander halten. Dieser variiert abhängig davon, wie hoch der Bekanntschaftsgrad ist- je größer die Bekanntschaft, desto geringer fällt die körperliche Distanz aus. Fast alle Menschen halten die Distanz unbewusst ein. Doch wenn die eigene Distanzzone verletzt wird, bauen sich schnell unangenehme Gefühle auf. Oftmals wird die Distanzzone an Kassen oder auch in öffentlichen Verkehrsmitteln unterschritten, als Folge fühlt man sich bedrängt oder sogar bedroht.
Unterschieden wird zwischen vier verschiedenen Distanzzonen. Die intime Distanz ist ein Abstand von weniger als fünfzig Zentimetern zwischen den Körpern und gilt auch für Berührungen. Dieser ist engen Freunden und Familienmitgliedern vorbehalten. Eine Ausnahme besteht hier für Ärzte, die in die intime Distanz eindringen dürfen.
Die persönliche Distanz bezeichnet einen Abstand von bis zu einem Meter. Diese Distanzzone ist die gebräuchlichste im beruflichen Umfeld, denn sie erlaubt die Begrüßung mit einem Händedruck sowie andere höfliche Gesten. Berührungen sollten dennoch unterbunden werden. Wird die persönliche Distanzzone kontinuierlich unterschritten, fühlen sich die Mitarbeiter schnell belästigt, auch wenn kein eigentlicher Grund für dieses Gefühl vorliegt. Gerade Geschäftsführer und andere leitende Angestellte sollten deshalb auf die Wahrung der Distanz achten.
Daneben gibt es noch die gesellschaftliche und die öffentliche Distanz, die sich durch großen Abstand zu anderen auszeichnen. Vor allem in der Öffentlichkeit bemühen sich die Menschen um einen großen Abstand zueinander, der auch der persönlichen Kontaktaufnahme schnell im Weg steht.
Im Berufsalltag sollte aktiv darauf geachtet werden, die persönliche Distanzzone der Kollegen und Vorgesetzten einzuhalten. So schnell die Distanz unterschritten wird, so schnell baut sich auch ungewollt ein zu großer Abstand auf. Ein Schreibtisch zwischen den Gesprächspartnern kann schnell eine gefühlte Ablehnung aufkommen lassen, die für ein gutes Arbeitsklima ebenso abträglich ist wie eine zu große Nähe.
Außerdem sollte beachtet werden, dass die Distanzzonen wie wir sie kennen in anderen Ländern nicht herrschen. Verschiedene Kulturen genießen viel Körpernähe, auch zu wenig bekannten Menschen, und auch größere Distanzzonen als die unseren sind anzutreffen. Hier sollte die eigene Beobachtungsgabe und ein wenig Fingerspitzengefühl für das ideale Mittelmaß sorgen.
14. Juni 2009
Sowohl beruflich als auch privat werden zu feierlichen Anlässen Reden gehalten. Diese ist dem Anlass angemessen und befasst sich auch inhaltlich damit. Der Redner selbst investiert viel Arbeit in seinen Vortrag, der eine entsprechende Würdigung erfahren sollte.
Wer eine Rede halten möchte, selbst aber nicht der Ausrichter der Veranstaltung ist, sollte den Gastgeber rechtzeitig vorab informieren. Dieser wird die Rede dann in den zeitlichen Ablauf integrieren und das Küchenpersonal auf die Planung hinweisen. Die Begrüßungsansprache selbst wird vom Gastgeber gehalten- das gilt sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich. In der Regel begrüßt der Gastgeber die Anwesenden beim Aperitif, spätestens aber nach der ersten Vorspeise. Weitere Reden folgen in größerem zeitlichen Abstand und erst nach dem Hauptgang. Erst wenn alle Gäste fertig gegessen haben und Teller und Bestecke abgeräumt wurde, kann der Redner um die Aufmerksamkeit der Gäste bitten. Dazu reicht es, sich zu erheben, das bekannte Klopfen an das Glas ist überholt! Auch Sitznachbarn sollten davon absehen, auf diese Weise auf die Rede aufmerksam machen zu wollen. Die Gäste sind dazu angehalten, ihre eigenen Gespräche während der Rede einzustellen, auch die Getränke sollten aus Höflichkeit bis zum gemeinsamen Prosten stehen bleiben. Das Küchenpersonal wird in der Zeit der Rede weder abräumen noch Getränke ausschenken, so dass dem Redner das Interesse aller Gäste zukommt.
Ein guter Redner hält seine Rede frei. So hat er die Möglichkeit, den Zuhörern in die Augen zu sehen und sich ihnen einzeln zuzuwenden. Inhaltlich sollte eine Rede dem Anlass angemessen ausfallen und nach Möglichkeit den Gastgeber direkt einbeziehen. Eine kurze und prägnante Rede kommt besser an, denn sie beansprucht die Aufmerksamkeit der Gäste nicht über Gebühr. Als Faustregel gilt, dass eine Rede, die mehr als zehn Minuten dauert, als langweilig empfunden wird. Gesagt werden darf nahezu alles, jedoch sollte Kritik weder direkt noch indirekt ausgesprochen werden. Auch beschämende Ereignisse sollten Außenstehenden nicht in einem solchen Rahmen preisgegeben werden. Lustige Anekdoten dagegen lockern die Rede auf und erheitern die Hörer.
25. Mai 2009
Krankheiten und kleinere Unfälle gehören zum Leben eines Menschen. Viele Unpässlichkeiten lassen sich mit einer kurzen Bettruhe auskurieren, manchmal jedoch wird ein Aufenthalt im Krankenhaus notwendig. Dieser ist in der Regel unangenehm, denn der Patient ist sowohl in der Bewegungs- als auch in der Entscheidungsfreiheit stark eingeschränkt. Besucher sollten deshalb auf den Kranken viel Rücksicht nehmen und dessen Aufforderungen Folge leisten.
Sofern der Patient nicht ein direkter Verwandter oder ein enger Freund ist, sollte ein Besuch telefonisch abgesprochen werden. Vielen Menschen ist es nicht recht, wenn Kollegen oder Bekannte sie im Krankenhaus besuchen. Lehnt der Patient den Besuch also dankend ab, sollte dieser Wunsch uneingeschränkt akzeptiert werden. Ein Strauss Blumen und ein Karte kann auch ohne einen persönlichen Besuch geschickt werden und zeigt dem Erkrankten die Anteilnahme. Auch bei freudigen Ereignissen wie einer Geburt sollte erst gefragt werden, ob ein Besuch gewünscht ist.
Freut sich der Patient auf ein bisschen Unterhaltung, sollte der Zeitpunkt abgesprochen werden, damit nicht andere Freunde oder die Familie ebenfalls anwesend sind und der Kranke überfordert wird. Als kleines Mitbringsel eignen sich Illustrierte, Bücher oder auch ein Rätselheft, denn der Tag im Krankenhaus ist lang. Wer den Geschmack des Erkrankten nicht kennt, sollte unauffällig nachfragen oder ihn direkt ansprechen, ob er etwas benötigt. Essbares sollte nur den Kranken mitgebracht werden, die keine Schonkost erhalten. Im Zweifelsfall lohnt hier die Rücksprache mit dem Personal.
Während des Aufenthalts sollte der Besucher sich setzen, allerdings auf einen der bereitstehenden Stühle. An der Bettkante beginnt die Privatsphäre der Kranken! Hier dürfen sich nur wirklich enge Freunde und der Lebenspartner niederlassen- es sei denn, der Kranke fordert explizit dazu auf.
Die Gesprächsthemen sollten möglichst unverfänglich sein. Kollegen können durchaus etwas von der Arbeit erzählen, am besten natürlich etwas Lustiges. Auch vom letzten Ausflug oder dem Kinofilm am vergangenen Abend kann berichtet werden. Gut ist alles, das den Kranken für eine Zeit ablenkt. Nur wenn dieser von sich aus auf seine Erkrankung zu sprechen kommt, darf sie angesprochen werden.
Kommt der Arzt zur Visite in das Zimmer, sollte der Besuch unaufgefordert hinausgehen. Bei Frauen, die gerade entbunden haben und das Neugeborene stillen möchten, sollte zumindest angeboten werden, dass Zimmer zu verlassen. Auf jedem Gang befinden sich Sitzgelegenheiten, die der Besucher nutzen kann, bis er wieder hinein gebeten wird.
Ein Krankenbesuch sollte nicht allzu viel Zeit in Anspruch nehmen, denn oft gibt sich der Besuch die Klinke in die Hand. Sofern die Möglichkeit besteht und der Erkrankte nicht an das Bett gefesselt ist, kann ein kleiner Spaziergang durch den Krankenhauspark unternommen werden. So rückt die bedrückende Enge des Zimmers für einige Minuten in die Ferne und der Kranke bekommt ein wenig Abwechslung. In jedem Fall aber sollte auf die Wünsche und Bedürfnisse des Erkrankten Rücksicht genommen werden.
25. April 2009
Gleich ob im Urlaub, bei einer Hochzeit oder bei der Betriebsfeier, Speisen werden oft in Buffetform angeboten. Die Vorteile sprechen deutlich für diese Form, denn jeder Gast kann sich selber aussuchen, was er gerne essen möchte und auch die Menge an den Hunger anpassen. Das Prinzip ist dabei recht einfach. Jeder nimmt sich einen der bereitstehenden Teller und kann sich nach Herzenslust bedienen. Kalte und warme Vorspeisen, Salate, Fleisch- und Fischgerichte sowie Beilagen stehen für jeden bereit. Auch für den süßen oder herzhaften Nachtisch ist gesorgt. Doch obwohl es so einfach ist, fallen viele Gäste durch ein wenig positives Verhalten auf.
Ausrichter von Buffets kennen sich gut aus, welche Menge für welche Personenzahl ausreichend ist. Entsprechend wird immer genug Essen für alle zur Verfügung stehen. Es ist also nicht nötig, den Teller zu sehr zu füllen. Beim ersten Gang sollte ganz in Ruhe mit dem Salat oder einer der Vorspeisen begonnen werden, auch im Anschluss ist von den warmen Hauptgerichten noch mehr als genug vorhanden. Es fällt sehr negativ auf, wenn ein Gast sich den Teller sehr voll lädt und anschließend die Hälfte stehen lässt. Besser ist es, das Buffet mehrmals aufzusuchen und vielleicht auch verschiedene Speisen zu kosten. Für jeden Gang kann sich der Gast einen neuen Teller nehmen. Speisen, die ausdrücklich für Vegetarier bereitgestellt werden, sollten von fleischessenden Gästen nicht genommen werden, denn diese werden in der Regel in kleinerer Menge gereicht. Da Vegetarier nicht auf die anderen Bestandteile des Buffets ausweichen können, sollte für sie ausreichend zur Verfügung stehen.
Jede Speise hat ein eigenes Vorlegebesteck. Dieses sollte unbedingt bei der vorgesehenen Speise belassen werden. Auch das Auffüllen mit der eigenen Gabel sollte unterbleiben.
Ebenfalls nicht gern gesehen ist drängeln. Oft kommt es an einem Buffet zu längeren Schlangen, da die Gäste oftmals ein wenig brauchen, bis sie sich für eine Speise entscheiden können. Wer nicht in der Schlange stehen möchte, sollte an seinem Platz einige Minuten warten, bis der erste Anlauf sich auflöst und erst dann an das Buffet gehen. Alternativ kann das Warten in der Schlange auch genutzt werden, um ein kleines Gespräch mit den anderen Gästen zu beginnen.
24. März 2009
Der Beruf des Lehrers oder des Dozenten wird von vielen Menschen als ein recht leichter betrachtet. Oftmals jedoch liegen die Nerven der lehrenden Personen blank, denn die Lautstärke in den Klassenzimmern, die Unaufmerksamkeit der Schüler und Studenten und deren allgemeines Betragen sind schwer auszuhalten. Dabei ist es nicht der Stoff an sich, den zu lernen die Schüler sich weigern, vielmehr mangelt es an der richtigen Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern. Zwar möchten die Lehrer den Unterrichtsinhalt schülergerecht präsentieren, jedoch wird in der Ausbildung selten darauf eingegangen, wie dieses Vorhaben umgesetzt werden kann.
Jede lehrende Person sollte den Stoff angemessen vermitteln. Wesentlich dabei ist die Anpassung an die Schüler, denn Kinder lernen anders als Erwachsene. So stehen Grundschullehrer oftmals vor ganz anderen Schwierigkeiten als Lehrer in der Berufsschule. Freie Trainer bieten Lehrgänge und Seminare an, in denen Lehrenden Konzepte an die Hand gegeben werden, wie sie ihren Unterricht verbessern können. Grundlage ist meist das Standardwerk für Umgangsformen - der Knigge- und die darin enthaltenen allgemeine Thesen zum menschlichen Miteinander. Sicherlich befasst sich der Knigge nicht im eigentlichen Sinn mit der Unterrichtsituation oder der Didaktik, dennoch können einige der Grundlagen abgewandelt werden. Bereits die Einhaltung der elementaren Kommunikationsregeln kann große Änderungen im Unterricht bewirken. Durch die aktive Einbindung der Schüler kann der Unterricht interaktiv gestaltet werden, die Schüler können eigene Ergebnisse erarbeiten und gewinnen darüber an Sicherheit und Selbstvertrauen. Dies ist der wesentliche Punkt der Seminare für Lehrende, denn die bloße Präsentation der Inhalte führt zu keiner Verinnerlichung des Unterrichtsstoffs. Werden die Schüler dagegen aktiv dazu angehalten, selber Ergebnisse zu erzielen, kann der Stoff besser vermittelt werden.
In den Seminaren wird den Lehrenden erklärt, wie die Schüler zu einer selbständigen Arbeit motiviert werden können und wie sie den eigenen Unterrichtsablauf gestalten sollten. Neben der allgemeinen Didaktik werden auch Kommunikationsmittel präsentiert, die auf verschiedene Zielgruppen angewendet werden können. So können die Lehrenden ihren Unterricht ergebnisorientiert vorbereiten und ihn gleichzeitig an die Klasse anpassen.
01. März 2009
„Man kann nicht nicht kommunizieren”, das stellte bereits Paul Watzlawick fest. Gemeint ist damit, dass jeder Mensch in jeder Minute des Tages mit seiner Umwelt im Austausch steht. Allein die Gestik und Mimik untermauern den aktuellen Zustand einer Person, die Kleidung ist Ausdruck der Persönlichkeit und des Empfindens, und auch der Schmuck sendet Signale an die Mitmenschen. Jedes dieser kleinen Signale wird von anderen Menschen aufgenommen und bewertet. Kommunikation ist demnach keine rein verbale Angelegenheit, und auch ohne überhaupt ein Wort miteinander gewechselt zu haben, können zwei Menschen schon Abneigungen gegeneinander aufbauen.
Gerade in Unternehmen kommt der zwischenmenschlichen Kommunikation eine große Bedeutung zu. Hier treffen Menschen aufeinander, die sich möglicherweise im Alltag aus dem Weg gegangen wären, und sie müssen miteinander produktiv arbeiten können. In der Regel entstehen keine großen Schwierigkeiten aus kleineren Differenzen; an manchen Punkten jedoch treffen die persönlichen Eindrücke negativ aufeinander und unterbinden jede fruchtbare Zusammenarbeit. Hier kann ein Trainer Abhilfe schaffen, der den Unternehmensalltag begleitet und die Kommunikationsstrategien der einzelnen Mitarbeiter bewertet. Meist beobachtet der Trainer die kommunikativen Situationen zwischen den Angestellten und wohnt sowohl der Mittagspause als auch den Meetings bei. Auch die kleinen Gespräche in der Küche oder im Flur werden von ihm in seine Beobachtungen aufgenommen.
Im Anschluss daran hält der Trainer eine allgemeine Einführung in das Thema Kommunikation- bewusst erst, nachdem er seine Untersuchung des Ist-Zustands abgeschlossen hat, damit sich keiner der Mitarbeiter zu verstellen sucht. Hier werden allgemeine Körpersignale erläutert und auf deren Wirkung eingegangen. Allein die Präsentation und das damit einhergehende Bewusstwerden bringen Änderungen mit sich. Auch Strategien der verbalen Kommunikation werden angesprochen. In Einzel- und Gruppengesprächen vermittelt der Trainer seine gewonnen Eindrücke und schafft so eine Basis für Änderungen. Auch Rollenspiele verdeutlichen die Problematik der unbewussten negativen Kommunikation. Dadurch schafft ein Kommunikationstrainer in wenigen Stunden ein verbessertes Arbeitsklima, das nicht durch ablehnende Gestik beeinflusst wird und öffnet so einer kreativen Zusammenarbeit die Tür.
09. Februar 2009
Jeder kennt Situationen, in denen schlechtes Benehmen und lautes, rüpelhaftes Auftreten gewinnbringender scheinen. An der Kasse drängelt sich jemand vor, ohne dass er zurückgewiesen wird, unberechtigte Reklamationen werden mit einem Packet voller Proben belohnt und bei Gratismustern wird aus den vollen geschöpft. Auch im Straßenverkehr erhalten die dreisten Fahrer den letzten Parkplatz vor dem Supermarkt und Drängler kommen schneller an. Diese Verhaltensmuster legen Menschen, die auf gutes Benehmen wert legen, nicht an den Tag. Vielmehr versuchen diese, anderen stets höflich gegenüberzutreten und Unannehmlichkeiten zu vermeiden. Gerade Situationen, in denen Dreistigkeit offenbar belohnt wird, lassen jedoch Zweifel daran aufkommen, dass Freundlichkeit und Zurückhaltung die richtige Wahl sind, zumal es oft anstrengend ist, zu jeder Zeit ein Lächeln auf den Lippen zu haben und Ruhe zu bewahren. Jeder wünscht sich von Zeit zu Zeit, die selbstauferlegten Regeln des täglichen Miteinanders zu vergessen und mehr auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein.
Auf längere Sicht gesehen bringt gutes Benehmen jedoch viel mehr Vorteile. Im Alltag begegnet man täglich denselben Menschen, beim Bäcker oder Metzger arbeiten stets die gleichen Angestellten, und auch beim Postamt bleibt die Belegschaft gleich. Schnell ergibt sich hier eine kleine Plauderei, sofern den Mitarbeitern freundlich entgegengetreten wird. Ein Lächeln und ein fröhlicher Gruß bilden dafür die beste Basis. So erhält man über die Zeit ganz automatisch schon mal ein zusätzliches Brötchen oder ein besonders mageres Stück Fleisch- ohne extra darum bitten zu müssen. Darüber hinaus lebt es sich mit einer positiven Einstellung und einem höflichen Auftreten sehr viel entspannter. Sicherlich sparen unhöfliche Menschen Zeit, indem sie sich im Geschäft vorbeidrängeln oder auf der Autobahn so dicht hinten auffahren, bis sie notgedrungen vorbeigelassen werden. Doch ein solcher Lebensstil zehrt an den Nerven und ist schlecht für den Blutdruck. Gelassenheit dagegen fördert die Gesundheit und tut jedem gut. Wartezeit an der Kasse kann dazu genutzt werden, um die Gedanken schweifen zu lassen, vielleicht ergibt sich auch ein nettes Gespräch. Und vor allem die Menschen, die einem im Alltag begegnen danken es, indem auch sie freundlich sind.
30. Dezember 2008
Das gutes Benehmen sehr wichtig ist, wird spätestens beim Eintritt in das Berufsleben klar. Menschen, die Vorgesetzten und Kollegen gegenüber den falschen Ton anschlagen, haben es schwer im Berufsalltag, nicht selten ist auch eine schnelle Trennung von der Firma die Folge ungebührlichen Auftretens. Für Menschen, die sich des richtigen Verhaltens nicht immer sicher sind, lohnt sich eine Fortbildung bei einem entsprechenden Institut oder einem freiberuflichen Trainer. Die Basis dieser Seminare bildet im weitesten Sinn der Knigge, der inzwischen als Handbuch für das richtige Benehmen gilt. Die Themen können entsprechend den eigenen Interessen gewählt werden- von Tischmanieren über Kommunikationstrainings bis hin zu allgemeinen Umgangsformen wird alles angeboten. Dass diese Seminare von Erfolg gekrönt sind zeigt auch das Versprechen jener Veranstalter, die nur bei Erfolg die Gebühr für das Training verlangen.
Dennoch: gutes Benehmen alleine ist nicht ausschlaggebend für Erfolg und Ansehen im Beruf. Vielmehr ist die richtige Mischung aus Persönlichkeit, Selbstbewusstsein und dem Wissen um die korrekten Manieren gefragt, denn wer nur den Regeln folgt, wirkt schnell steif. Gerade schüchternen Menschen fällt es oft schwer, aus sich heraus zu gehen und die Gesprächspartner für sich einzunehmen. Leider kann Schüchternheit nicht mittels eines Wochenendseminars überwunden werden, vielmehr benötigt die Entwicklung zu einem selbstbewussten Auftreten viele Jahre ständiger Verhaltenskontrolle. Für sehr schüchterne Menschen, die in der Gegenwart anderer Personen kaum ein Wort heraus bekommen, lohnt gegebenenfalls die Unterstützung eines Persönlichkeits-Choaches, der auch den Alltag begleitet und direkte Hilfestellung bieten kann. Dieser Einsatz lohnt sich sehr! Oftmals haben Menschen, die mit Charisma und Esprit andere für sich einnehmen können deutlich mehr Erfolg im Beruf, obwohl sie über wenig fachlichen Hintergrund verfügen. Darüber hinaus sind offene Personen beliebter und erhalten mehr Anerkennung. Ihnen wird ein Fehltritt hinsichtlich des Benehmens auch schneller verziehen.
Im Idealfall findet sich die Kombination aus perfektem Benehmen und selbstverständlicher Entspanntheit im Umgang mit allen Situationen.
22. Dezember 2008
Für sehr viele Menschen spielt sich ein Teil des Lebens im Internet ab. Gleich ob in einem Forum, in einem Blog oder bei verschiedenen Einkäufen, die über das Netz getätigt werden, immer spielt auch hier der Kontakt zu anderen Menschen eine Rolle. Da die virtuellen Beziehungen ständig an Komplexität gewinnen und größeren Einfluss ausüben, steht das Verhalten im Internet verstärkt im Fokus.
Im Internet herrscht eine verhältnismäßige Anonymität, denn in den meisten Fällen verbirgt sich die Persönlichkeit hinter einem selbst gewählten Pseudonym, dem sogenannten „Nickname”. Dieser fungiert als eine Form des Deckmantels, hinter dem der Charakter verborgen werden kann. Viele Menschen bestücken die virtuelle Persönlichkeit sogar mit Charakterzügen, die sie im wirklichen Leben nicht besitzen, so entsprechen schon allein die Attribute männlich und weiblich nicht unbedingt der Wirklichkeit. Diese Tatsache erschwert den Umgang mit anderen über das Internet enorm, jede Information, die bezogen werden kann, wird dem Schriftverkehr entnommen und unterliegt möglicherweise Fehlinterpretationen oder Missverständnissen.
Oftmals wird die Anonymität sogar missbraucht, um Ansichten und Einstellungen zu präsentieren, die in der Realität sofort geahndet würden. Fremdenfeindlichkeit und rechtsextreme politische Ansichten werden schnell über das Internet verbreitet. Entsprechende Vorkehrungen werden in der Regel getroffen- Foren und öffentliche Seiten verlangen eine Einverständniserklärung bezüglich der Umgangsformen und weisen darauf hin, dass ungewünschte Beiträge sofort durch den Administrator gelöscht werden. Doch auch darüber hinaus wird viel Wert auf Höflichkeit im Netz gelegt. Die „Netiquette” ist eine Art Regelwerk zur Kommunikation über das Medium Internet, in dem festgehalten wird, welche Regeln eingehalten werden sollten. Jeder, der sich aktiv am Onlineleben beteiligen möchte sollte einmal einen Blick hierein werfen. Die Umgangsformen unterscheiden sich nicht sehr von jenen, die unserem Alltag zugrunde liegen. Höflichkeit, Rückfragen stellen um Missverständnisse zu vermeiden und allgemeiner Respekt vor den anderen Internetnutzern sind die grundlegenden Vorgaben. Darüber hinaus wird auch darauf hingewiesen, dass die vermeintliche Anonymität des Decknamens nicht dazu verwendet werden sollte, ein anderer Mensch sein zu wollen, denn auch in der virtuellen Welt sind Natürlichkeit und ein authentisches Auftreten beliebter als ein aufgesetzter Charakter.
18. Dezember 2008
Beerdigungen sind ein heikles Thema. Zum einen wird nicht gerne darüber gesprochen, da jeden das Gefühl beschleicht, etwas Schlechtes würde heraufbeschworen. Zum anderen jedoch erfordert ein Trauerfall auch ein ganz besonderes Fingerspitzengefühl, denn der Umgang mit den anderen Trauernden ist schwierig.
Je nachdem, wie nahe man der Familie des Verstorbenen steht, wird persönlich oder mit einer Karte kondoliert. Auch hier muss bereits entschieden werden, ob eine stille Umarmung nicht vielleicht willkommener ist als ein weiterer Brief. Vor allem wenn die trauernde Familie zum engen Freundeskreis gehört, sollte ein kurzer persönlicher Besuch vorgezogen werden. In jedem Fall sollte versucht werden, die Worte knapp, aber doch persönlich zu gestalten, um die eigene Anteilnahme auszudrücken.
Für die eigentliche Beerdigung ist ebenfalls Zurückhaltung geboten. Frauen und Männer sollten gedeckte Kleidung wählen. Es muss nicht unbedingt schwarz sein, doch helle, fröhliche Farben und kurze Kleidung gehören nicht in einen Trauergottesdienst. Auch auffälliger Schmuck ist nicht angebracht.
In der Regel sammeln sich die Trauergäste vor der Kirche oder treten direkt ein und nehmen Platz. Die vorderen Reihen in der Kirche sind für die direkten Angehörigen reserviert, in den Reihen dahinter nehmen Freunde und Verwandte Platz.
Nach dem Gottesdienst begleitet die gesamte Trauergemeinschaft den Sarg oder die Urne zum Grab und wohnt der Beisetzung bei. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, den Angehörigen persönlich zu kondolieren.
Nach der Beisetzung laden die Angehörigen zum sogenannten Leichenschmaus in einem nahe gelegenen Café oder Restaurant. Hier wird Kaffee und ein kleiner Snack gereicht. Der Gedanke hinter diesem Treffen ist, dass die Angehörigen in dieser schweren Stunde nicht alleine sind und ein wenig Halt in der Anwesenheit der anderen Trauernden finden. Gewöhnlich dauert der Leichenschmaus rund zwei Stunden, in welchen das Friedhofspersonal das Grab herrichten kann, damit die Angehörigen dem Verstorbenen noch einmal einen ruhigen Besuch abstatten können.
15. Dezember 2008
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