Adolph Freiherr Knigge- der Mann hinter dem Buch

14.November 2008

Adolph Knigge wurde am 16. Oktober 1752 geboren, er entstammte einer verarmten Adelsfamilie mit Familiensitz in Bredenbeck bei Hannover. Bereits mit 14 Jahren hatte er beide Elternteile verloren und kam in die Obhut eines Vormunds, der für seine schulische Bildung in einer Privatschule sorgte. Einziger Nachlass war eine große Summe Schulden, die zu einer Zwangspfändung des Wohnsitzes führte. Adolph erhielt eine jährliche Rente von damals 500 Reichstalern. Im Alter von 20 Jahren schloss er 1772 das Studium der Juristik und Kameralistik ab. Es folgten verschiedene Anstellungen bei Hofe, die dem jungen Mann zuwider waren. Seine Eindrücke verarbeitete Adolph Freiherr Knigge in seinen frühen Werken, in denen er wenig Gutes über das Leben bei Hofe ausdrückte. Ab 1780 wandte er sich ganz der Schriftstellerei zu. Bis an sein Lebensende im Jahr 1796 verfasste er rund ein Dutzend Werke, von denen einzig sein sozialkritisches Buch „Über den Umgang mit Menschen” bis heute Bedeutung hat. Das Grab des im Alter von 44 Jahren verstorbenen Manns befindet sich im Bremer St.-Petri-Dom.

Sein bekanntestes Werk „Über den Umgang mit Menschen” ist heute kurz als der „Knigge” bekannt und wird inzwischen auch unter diesem Namen verlegt. Der Inhalt der heutigen Ausgaben ist stark überarbeitet und hat mit der ursprünglichen Aussage des Werks wenig gemein. Während seiner Zeit am Hof und seiner Mitwirkung in verschiedenen Logen und Orden konnte er einen umfassenden Einblick in die menschliche Kommunikation gewinnen. Seine Beobachtungen und Eindrücke hielt er in seinem Werk fest. Sein Anliegen war dabei jedoch keineswegs, den Menschen einen Leitfaden für das richtige Verhalten bei Tisch oder Richtlinien in Bezug auf korrekte Kleidung zu liefern. Im Vordergrund stand vielmehr die Idee, den Menschen Hinweise zu einem erfolgreichen Miteinander zu geben. Das Augenmerk lag dabei auf den Umgangsformen, die zu einem gelungenen Zusammenleben führen und der richtigen Kommunikation. Bereits kurz nach Knigges Tod fügte der Verlag eigenmächtig Benimmregeln hinzu, die in den folgenden Ausgaben mehr und mehr in den Vordergrund rückten. Die heutigen Ausgaben des Werks haben kaum noch Schnittstellen mit der ursprünglichen Fassung Knigges. Auch das Bild, das heute über die Person Adolph Freiherr Knigge existiert, entspricht deshalb nicht mehr der Tatsache. Knigge verstand sich als Beobachter, keineswegs jedoch wollte er den zwischenmenschlichen Umgang reglementieren und damit einengen.

Artikel gespeichert unter: Knigge

Ihr Kommentar

Pflichtfeld

Pflichtfeld, anonym

Folgende HTML-Tags sind erlaubt:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Trackback diesen Artikel  |  Kommentare als RSS Feed abonnieren


Kalender

Juli 2018
M D M D F S S
« Nov    
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  

Knigge Kurse Werbung

Aktuelle Artikel