Der „Knigge” und sein Autor

08.Juli 2012

Der Begriff „Knigge” ist den meisten Menschen bekannt und oftmals eher zuwider. Dies liegt vor allem an dem leicht verstaubten Image und der Tatsache, dass der „Knigge” als strenges Regelwerk angesehen wird. Jedoch hat Adolph Freiherr Knigge, auf dessen Werk die heutigen Ausgaben beruhen, nicht die Intention gehabt, für verschiedene Situationen Regeln aufzustellen. Vielmehr ging es ihm darum, den Lesern seines Buches „Über den Umgang mit Menschen” zu verdeutlichen, wie einfach ein freundliches Miteinander sein kann, sofern alle Menschen einige grundsätzliche Punkte beachten. Die von ihm genannten Eckpfeiler des Umgang mit anderen Personen beruhen vor allem auf gegenseitiger Achtung und Höflichkeit und darauf, dass Menschen, die anderen zuvorkommend begegnen, selber auch so behandelt werden. Demnach hat das, was wir heute als den „Knigge” bezeichnen, nur entfernt etwas mit dem Werk des Mannes gleich nach dem er benannt ist und den man wohl nur noch von alten Bildern auf einem Keilrahmen kennt.

Vor allem die Verhaltensvorgaben hinsichtlich der Nahrungsaufnahme scheinen vielen Menschen zu steif. Freiherr Knigge hat jedoch bereits damals erkannt, dass ein anständiges Auftreten in der Öffentlichkeit das eigene Ansehen positiv beeinflusst. Da bereits zu seiner Zeit wie auch heute noch viele gesellschaftliche Anlässe mit einem Essen verbunden sind, gilt diese  Feststellung besonders auch für die Manieren bei Tisch. Wer sich hier zu benehmen weiß und auch das richtige Verhalten seiner Tischdame und dem Gastgeber gegenüber aufweist, kann seine eigene gesellschaftliche Stellung untermauern. Nun ist das gesellschaftliche Gefüge in unserer Zeit anders als vor 250 Jahren, dennoch beweisen die Grundsätze Knigges auch heute noch einiges an Aktualität. Vor allem im beruflichen Umfeld kann sich nur beweisen, wer sich in jedem Umfeld angemessen zu bewegen weiß. Der Aufstieg in einem Unternehmen ist längst nicht mehr nur von fachlichem Wissen abhängig, sondern wird auch durch eine angenehme und zuvorkommende Präsenz bedingt. Wer sich das verdeutlicht wird merken, dass in den Aussagen des „Knigge” die Voraussetzungen für die korrekten Umgangsformen niedergeschrieben und dass diese keineswegs überholt sind.

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