So verhält man sich in den USA am Arbeitsplatz
13.Juli 2009
Die meisten Deutschen können zurecht behaupten, sie wüssten, wie man sich hierzulande am Arbeitsplatz verhält. Was die meisten Deutschen nicht von sich behaupten können, ist, dass sie allzu viel über die USA wüssten. Das denken sie zwar, schließlich gucken sie regelmäßig amerikanische TV-Serien und Spielfilme, aber was dort gezeigt wird, hat in der Regel mit der Lebenswirklichkeit der meisten US-Bürger herzlich wenig zu tun. Tatsache ist, dass das Wissen über das Land der unbegrenzten Möglichkeiten hierzulande häufig nur schwach und rudimentär ausgeprägt ist; und wenn es ums richtige Verhalten am amerikanischen Arbeitsplatz geht, dann ist das Wissen häufig gleich Null.
Genau wie in Deutschland prallen auch in Amerika Extreme aufeinander. Die Deutschen sind für ihre Autoritätsgläubigkeit bekannt; gleichzeitig gibt es eine Menge Gesetze, die den Arbeitnehmer schützen. In den USA ist es umgekehrt; der Autoritätsglaube der Amerikaner hält sich in Grenzen, gleichzeitig jedoch wird das Prinzip der Vertragsfreiheit hochgehalten, das heißt, was auch immer der Arbeitnehmer unterschreibt, ist gültig (wobei es dafür natürlich Ausnahmen gibt, aber Fakt ist, dass man als Arbeitnehmer in den USA mehr Rechte abtreten kann, als das in Deutschland der Fall ist). Man muss sich daher damit abfinden, dass der amerikanische Arbeitsvertrag stärker ins Privatleben eingreift als der deutsche (einem beispielsweise das Rauchen verbietet, und zwar sogar in seiner Freizeit).
Was die Kleidung anbelangt, sind die Amerikaner lässiger als wir, können aber auch extrem formell sein. Das ist von Firma zu Firma unterschiedlich; am besten ist, wenn man das auf der Stelle beim Einstellungsgespräch klärt.
Ganz lässig und unkompliziert gehen die Amerikaner mit der Anrede um. Da heißt es nicht „Mrs. Miller” oder „Mr. Vice President”, sondern „Linda” oder „Bob”. Man darf sich also niemals auf den Schlips getreten fühlen, wenn man mit dem Vornamen angeredet wird, auch wenn man bedeutend älter als sein Gegenüber ist.
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