So verhält man sich in der Mensa
01.Juli 2009
Wer jemals einen Fuß in eine Universität gesetzt hat, wird dies schon einmal gesehen haben: Studenten, die über das Mensaessen meckern. Nun, Tatsache ist, dass das Essen in den Mensen dieser Republik früher alles andere als besonders schmackhaft war, dass es in Bezug auf Geschmack, Nahrhaftigkeit, Aussehen, etc. beinahe jeden Wunsch offen ließ. Aber Tatsache ist auch, dass sich in den letzten Jahren vieles geändert hat, und zwar zum Guten. Mensen sind heutzutage in aller Regel keine Abfüllstationen mehr, wo mehr oder weniger finanzschwache Studenten nach dem Durchlaufprinzip abgefüttert werden, bzw. nach dem Prinzip: Wer Magenkrämpfe kriegt, der gibt ein gutes Versuchskaninchen für den Herrn Chefarzt der Uniklinik ab. Nein, genau so wie im Allgemeinen das Essen in Cafeterias und Kantinen besser geworden ist, so haben auch die Mensen dieser Republik viele positive Veränderungen durchgemacht.
Das heißt natürlich nicht, dass es verboten wäre, sich negativ über das Essen zu äußern. Nur sollte man dies nicht reflexartig tun, nach dem Motto „in der Mensa schmeckt es eh nicht”, sondern nur dann Kritik äußern, wenn diese auch berechtigt ist. Schließlich läuft der Koch auch nicht durch den Speisesaal und macht sich darüber lustig, dass der Herr Jurastudent gerade die Kapitalrechtsklausur verhauen und die Frau BWLerin gerade ihre Prüfung in Marketing in den Sand gesetzt hat.
Noch etwas ist ganz wichtig: Niemals - sollte das Essen einmal nicht zufriedenstellend gewesen sein - seinen Frust am Personal auslassen! Die Dame, die die Brötchen schmiert, die man sich notgedrungen kaufen muss, weil das Gulasch versalzen war, hat auf die Leistungen der Küche nicht den geringsten Einfluss. Daher sollte man sich stets an den Verantwortlichen, das heißt, an einen der Köche, halten, oder aber - kommt man an diesen nicht heran - an einen Vertreter der Verwaltung.
Artikel gespeichert unter: Knigge- Rat
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